Wechseln Ehepartner zu Beginn der Altersteilzeit die Lohnsteuerklassen, um höhere Aufstockungsbeträge vom Chef zu kassieren, klappt das nicht immer. Der Chef kann den Wechsel ablehnen, wenn er steuerlich nicht sinnvoll ist, entschied das Bundesarbeitsgericht (Az. 9 AZR 554/02).

Eine verheiratete Lehrerin wechselte zu Beginn der Altersteilzeit von Steuerklasse V zur III. Dadurch war der Arbeit­geber verpflichtet, ihr Monatsnetto in der Altersteilzeit durch weitere Beträge aufzustocken. Doch der Chef lehnte den Wechsel der Lohnsteuerklassen ab.

Zu Recht, urteilte das Bundesarbeitsgericht. Denn die Lehrerin hatte nach Beginn der Altersteilzeit nur rund halb so viel Gehalt wie ihr Mann. Die wenigste Lohnsteuer hätte das Paar gezahlt, wenn er die Steuerklasse III und sie die V auf der Steuerkarte behalten hätte. Steuerrechtlich war der Wechsel also unsinnig.

Anders entschieden die Richter bei einem Arbeitnehmer, dessen Ehepartner arbeitslos war. Er wechselte kurz vor Arbeitsende von Steuerklasse IV zur III. Das muss der Arbeitgeber trotz finanzieller Belastung akzeptieren, denn die frühere Kombination war auch steuerlich ungünstig (Az. 9 AZR 605/02).

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