Altersleiden Demenz Meldung

In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen an Demenz. Betroffen von der Krankheit sind aber noch viel mehr: Immerhin werden zwei Drittel der Erkrankten vorwiegend von Angehörigen versorgt. Heilbar ist eine Demenz wie die Alzheimerkrankheit bislang nicht. Das bedeutet aber nicht, dass Betroffene und Angehörige nichts tun können: Richtige medizinische Behandlung, angemessene Betreuung und auch Finanzierungshilfen können das Leben mit dem Leiden deutlich erleichtern. Wer über die Krankheit Bescheid weiß, kann mit vielen großen oder auch kleineren Problemen besser umgehen. test.de hilft Betroffenen und Angehörigen dabei und sagt, was sie tun können und wo es Hilfe gibt.

Risiko steigt mit Alter

Das lateinische Wort dementia bedeutet „ohne Verstand“ oder „ohne Geist“. Die Demenz ist Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die sich in den wesentlichen Symptomen entsprechen: Das Gedächtnis, das räumliche Orientierungsvermögen oder auch die Sprache funktionieren zunehmend schlechter. Am Ende kommt es zum totalen Verlust der Geistes- und Verstandesfähigkeiten. Dadurch verändern sich auch Persönlichkeit und das grundlegende Verhalten der Betroffenen. Das Risiko an einer Demenz zu erkranken, steigt ab dem 75. Lebensjahr steil an. Neben der bekanntesten Form, der Alzheimerkrankheit, ist auch bei der Parkinson-Erkrankung die geistige Leistungsfähigkeit meist eingeschränkt. Es gibt aber auch Demenzformen, bei denen sich die Symptome wieder rückgängig machen lassen, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Das ist etwa bei Alkoholmissbrauch, Diabeteserkrankungen, Hirntumoren oder nach einem Schädelhirntrauma der Fall.

Nicht verdrängen

Scham, Verdrängen und auch Unsicherheit über die Krankheit führen dazu, dass Betroffene die Symptome einer beginnenden Demenz oft lange Zeit ertragen, bevor sie professionelle Hilfe bei einem Arzt suchen. Dadurch vergeht wertvolle Zeit, denn es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Demenzerkrankungen zu behandeln. Auch wenn der Weg nicht leicht fällt: Wer bei sich selbst länger als sechs Monate Probleme beim Erinnern beobachtet, sollte dies seinem Arzt mitteilen und gegebenenfalls auf weiterführende Untersuchungen bestehen. Zu diesen gehören zahlreiche Tests, die Aussage darüber geben können, ob tatsächlich eine Demenz vorliegt oder ob es sich um den ganz normalen Abbau der Leistungsfähigkeit im Alter handelt.

Verschiedene Behandlungsformen

Eine Heilung für die Alzheimerkrankheit gibt es zwar noch nicht. Doch es gibt Behandlungsmethoden und die sollten Demenzkranke nutzen. Ziel dabei ist es immer, die Lebensqualität und Würde der Betroffenen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und Störungen so gut es geht zu lindern. Zu den zwei Säulen einer Behandlung gehört zum einen der Einsatz von Medikamenten. Die zweite Säule stützt auf Bewegungs- und Psychotherapien. Das kann zum Beispiel eine Verhaltenstherapie sein, die die Fähigkeit trainiert, den Alltag relativ gut zu bewältigen. Beide Behandlungsformen werden nicht nacheinander, sondern meist in geeigneter Kombination eingesetzt. Auch die richtige Pflege kann dabei helfen, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.

Zu Hause oder Pflegeheim?

Betroffene, aber auch die Angehörigen müssen sich überlegen, wie es nach der Diagnose weitergehen soll. Die Pflege eines Erkrankten muss nicht zwangsläufig in einem Heim erfolgen. Doch oft überschätzen die Angehörigen ihre eigenen Kräfte und die eigene Belastbarkeit. Auch kann ein Umgestalten der Wohnung notwendig werden, was nur mit genügend finanziellen Mitteln funktioniert. Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl von speziellen Pflege- und Betreuungsangeboten für Demenzpatienten. Je eher sich Betroffene informieren, desto mehr Zeit bleibt, über geeignete Maßnahmen nachzudenken.

Buch Demenz

Altersleiden Demenz Meldung

Die Stiftung Warentest hilft Betroffenen und ihren Angehörigen. Zusammen mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat sie den Ratgeber „Demenz“ herausgegeben. Das Buch informiert über die Entstehung einer Demenz, nennt die verschiedenen Formen und beschreibt, wie Behandlungen aussehen sollten. Der Ratgeber zeigt darüber hinaus, welche Möglichkeiten es für die Pflege zu Hause gibt und wie das Betreute Wohnen aussehen kann. Es zeigt aber auch, wo Betroffene finanzielle Unterstützung finden und welche rechtlichen Schritte sie unternehmen sollten.
Das Buch hat 320 Seiten und kostet 19,90 Euro. Sie können es online bestellen.

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