Bonus für Senioren Alters­entlastungs­betrag – einfach erklärt

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Bonus für Senioren - Alters­entlastungs­betrag – einfach erklärt
Vorteil ab 64. Dank des Alters­entlastungs­betrags bleibt etwa von Gehalt, Miet- oder Kapital­einkünften ein Teil steuerfrei. Für die gesetzliche Rente und Pensionen gibt es andere Steuer­vorteile. © Adobe Stock

Im Ruhe­stand werden immer häufiger Steuern fällig. Der Alters­entlastungs­betrag hilft, die Abzüge zu drücken. Auch ältere Berufs­tätige können profitieren.

So funk­tioniert der Steuerrabatt

Das sollten Sie wissen

  • Der Alters­entlastungs­betrag ist ein Steuerfrei­betrag. Er steht Ihnen für mehrere Arten von Einkünften zu, wenn Sie zu Beginn des jeweiligen Steuer­jahres mindestens 64 Jahre alt waren. Je älter Sie sind, desto höher ist er.
  • Sind Sie angestellt, erhöht sich Ihr Monats­netto, sobald Sie Anspruch auf den Entlastungs­betrag haben. Für andere Einkünfte, etwa aus einer vermieteten Wohnung oder aus dem Verkauf von Wert­papieren, können Sie mit der Steuererklärung vom Frei­betrag profitieren.
  • Für Ihre gesetzliche Rente oder eine Pension gilt der Alters­entlastungs­betrag nicht. Dafür gibt es andere Steuerfrei­beträge.

Tipp: Welche weiteren Steuerfrei­beträge Ihnen im Ruhe­stand zustehen, lesen Sie in unseren Steuertipps für Rentner.

Steuer­vorteil für Ältere

Gut ein Drittel der Rentne­rinnen und Rentner müssen mitt­lerweile eine Steuererklärung einreichen. Einige Steuerfrei­beträge helfen ihnen aber, die Forderungen des Finanz­amts zu drücken. So können sie zum Beispiel den Alters­entlastungs­betrag für verschiedene Arten von Einkünften nutzen. Auch älteren Berufs­tätigen kann er eine Steuerersparnis bringen.

Alters­entlastungs­betrag: Vorteil ab 64

Bonus für Senioren - Alters­entlastungs­betrag – einfach erklärt

Ob im Ruhe­stand oder noch berufs­tätig: Wer zu Beginn des Steuer­jahres mindestens 64 Jahre alt war, hat Anspruch auf den Alters­entlastungs­betrag. Durch ihn bleibt ein Teil von Einkünften aus einer angestellten Beschäftigung oder einer selbst­ständigen Tätig­keit steuerfrei. Der Entlastungs­betrag lässt sich zudem für Kapital- und Miet­einkünfte sowie für Einkünfte aus einer voll steuer­pflichtigen betrieblichen Rente oder einer Riester-Rente nutzen – nicht aber für gesetzliche Renten sowie Beamten- oder Werk­spensionen.

Ältere Jahr­gänge im Vorteil

Für alle, die am 1. Januar 2023 64 Jahre alt waren, sind 13,6 Prozent der Einkünfte steuerfrei, auch solche aus einer Vermietung oder einem Riester-Vertrag – insgesamt bis zu 646 Euro im Jahr (siehe Tabelle Aktuelle Freibeträge). Für ältere Jahr­gänge ist der Entlastungs­betrag mit jähr­lich bis zu 1 900 Euro deutlich höher. Für Jüngere sinkt er weiter – bis auf 0 für alle, die ab dem 2. Januar 1975 geboren wurden.

Als Ehepaar: Das gilt für die Entlastung

Bei Ehepaaren prüft das Finanz­amt für jeden Partner einzeln, ob Anspruch auf die Entlastung besteht und wie hoch der Frei­betrag ist. Die Partner können zwar gemein­sam eine Steuererklärung einreichen, aber der Alters­entlastungs­betrag wird separat berechnet. Das Amt stellt für jeden Partner individuell Prozent­satz und Höchst­betrag fest und rechnet den individuellen Frei­betrag auf die Einkünfte des jeweiligen Part­ners an.

Alters­entlastungs­betrag richtig nutzen

Für Berufs­tätige ab 64 rechnen die Arbeit­geber den Entlastungs­betrag auto­matisch bei der Gehalts­abrechnung an: Durch ihn wird gleich etwas weniger Lohn­steuer fällig, und das Monats­netto fällt höher aus. Für die anderen begüns­tigten Einkünfte ermittelt das Finanz­amt den Vorteil mit der Steuer­erklärung.

Wichtig: Bei Kapital­einkünften können Anleger nur dann vom Entlastungs­betrag profitieren, wenn sie ihre Erträge in der Anlage KAP abrechnen und das Finanz­amt dafür den persönlichen Steu­ersatz ermittelt. Für pauschal von der Bank versteuerte Kapital­erträge erhalten Sparer die Entlastung nicht.

Tabelle: Aktuelle Frei­beträge

Die Höhe des Alters­entlastungs­betrags richtet sich nach dem Geburts­datum. Der Frei­betrag geht von diesen Einkünften ab: Gehälter, Kapital­erträge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus selbst­ständiger Tätig­keit, aus privaten Veräußerungs­gewinnen, aus Riester-Renten, voll steuer­pflichtigen Zahlungen aus Pensions­fonds oder Pensions­kassen.

Geburt vor dem

Alters­entlastungs­betrag1

(Prozent)

Maximal (Euro)

2. Januar 1941

40,0

1 900

2. Januar 1942

38,4 

1 824

2. Januar 1943

36,8 

1 748

2. Januar 1944

35,2 

1 672

2. Januar 1945

33,6 

1 596

2. Januar 1946

32,0

1 520

2. Januar 1947

30,4 

1 444

2. Januar 1948

28,8 

1 368

2. Januar 1949

27,2

1 292

2. Januar 1950

25,6

1 216

2. Januar 1951

24,0 

1 140

2. Januar 1952

22,4 

1 064

2. Januar 1953

20,8 

  988

2. Januar 1954

19,2

  912

2. Januar 1955

17,6 

  836

2. Januar 1956

16,0 

 760

2. Januar 1957

15,2 

 722

2. Januar 1958

14,4 

 684

2. Januar 1959

13,6 

 646

(ab Steuer­jahr 2023)

1
Beträge entsprechend der Tabelle in § 24 a S. 5 EStG.

So wirkt die Entlastung: Zwei Beispiele

Noch keine Lust auf Ruhe­stand?

Sind Sie noch berufs­tätig und waren zu Beginn des Jahres 64, muss Ihr Arbeit­geber bei der monatlichen Gehalts­abrechnung einen Alters­entlastungs­betrag berück­sichtigen. Das erhöht Ihr Netto­gehalt.

Beispiel. Anna Ebers (Jahr­gang 1958) denkt noch nicht an Rente. 2023 ist sie weiter in ihrem Job voll berufs­tätig. Weil sie Ende Dezember 2022 ihren 64. Geburts­tag gefeiert hat, erhält sie ab Januar 2023 einen Alters­entlastungs­betrag. Der beträgt 13,6 Prozent ihrer Gehalts­einkünfte, maximal 646 Euro im Jahr. Ein Zwölftel davon muss ihr Chef seit Januar bei ihrer monatlichen Gehalts­abrechnung berück­sichtigen: Statt rund 464 Euro Lohn­steuer auf ihr monatliches Brutto­gehalt von 3 500 Euro werden durch den Entlastungs­betrag nur rund 448 Euro fällig.

Fazit. Durch den Alters­entlastungs­betrag spart Ebers im Monat etwa 16 Euro Lohn­steuer, aufs Jahr gesehen rund 192 Euro.

Tipp: Verbrauchen Sie – anders als die Frau im Beispiel – nicht den kompletten Alters­entlastungs­betrag, kann Ihr Arbeit­geber den restlichen Frei­betrag von Ihren anderen Einkünften wie Urlaubs- und Weihnachts­geld, Abfindungen oder Tantiemen steuer­mindernd abziehen.

Zu hohe Abgeltung­steuer bezahlt?

Sie erzielen 2023 mehr als 1000 Euro (Ehepaare 2 000 Euro) Kapital­erträge wie Zinsen, Dividenden oder Kurs­gewinne? Dann kann ein Alters­entlastungs­betrag Steuern sparen.

Beispiel. Andreas Kühn (Jahr­gang 1954), der seit 2017 in Rente ist, rechnet 2023 mit voraus­sicht­lich 19 977 Euro Bruttorente. Zudem wird er 2 000 Euro Zinsen erhalten: Durch den Sparerpausch­betrag sind 1 000 Euro davon steuerfrei, auf die verbleibenden 1 000 Euro werden inklusive Soli 263,75 Euro Abgeltung­steuer fällig. Kühn muss seine Kapital­erträge nicht in der Steuererklärung angeben, sollte es aber tun. Beantragt er dort die Güns­tiger­prüfung, zieht das Finanz­amt von seinen 1 000 Euro steuer­pflichtigen Zinsen 176 Euro (17,6 Prozent) Alters­entlastungs­betrag ab.

Tipp: Für Sparer wie Rentner Kühn lohnt es sich häufig, nicht nur wegen des Alters­entlastungs­betrags die Kapital­einkünfte in der Anlage KAP abzu­rechnen. Denn wenn Ihr persönlicher Steu­ersatz unter 25 Prozent liegt, müssen Sie auch für Ihre Kapital­einkünfte nur diesen nied­rigeren Steu­ersatz zahlen. Über die Steuererklärung können Sie also die zu viel gezahlte Abgeltung­steuer zurück­holen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 07.07.2021 um 17:51 Uhr
Altersentlastungsfreibetrag auch für Betriebsrente

@Frank1943: Wenn Ihnen altersgemäß ein Altersentlastungsbetrag zusteht, dann sollten Sie innerhalb der einmonatigen Frist Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid beim Finanzamt einlegen. Im Steuerbescheid müsste der Altersentlastungsbetrag von Ihrer voll steuerpflichtigen Betriebsrente abgeben.
(dda)

Frank1943 am 07.07.2021 um 10:19 Uhr
Altersentlastungsfreibetrag auch bei Betriebsrente

Mein Steuerprogramm weist einen Freibetrag über 1000 Euro aus, das FA streicht diesen gänzlich. Ich erhalte eine voll zu versteuernden Betriebsrente, die aber offensichtlich nicht angerechnet wird (im Gegensatz zu ihrem Artikel).
Was ist nun richtig?

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.02.2020 um 10:48 Uhr
Bonus für Senioren

@AlfonsKuhn: Im Steuerbescheid findet man einen Betrag mit der Bezeichnung „Summe der Einkünfte“. Der Altersentlastungsbetrag wird anschließend davon abgezogen, diese Position und ihre Höhe können Sie im Bescheid sehen. Das Ergebnis dieser Rechnung heißt dann „Gesamtbetrag der Einkünfte“ und ist ebenfalls im Steuerbescheid ausgewiesen. (PH)

AlfonsKuhn am 21.02.2020 um 13:44 Uhr
Bonus für Senioren

wo taucht denn dieser Betrag im Bescheid vom Finanzamt auf?