Alters­entlastungs­betrag Bonus für Senioren

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Alters­entlastungs­betrag - Bonus für Senioren
© Stiftung Warentest / Thomas Vossbeck

Steuer­vorteile für ältere Menschen gibt es nicht nur für Rentner: Wer Anfang des Jahres 64 war, erhält einen Frei­betrag für Einkünfte wie Gehalt, Zinsen, Mieten, Riester-Rente. Egal, ob im Job oder in der Rente.

Inhalt

Alters­entlastung – das Wichtigste in Kürze

Unser Rat

Voller Vorteil.
Sie haben Anspruch auf den vollen Alters­entlastungs­betrag Ihres Jahr­gangs – auch wenn Sie die voll steuer­pflichtigen Einkünfte wie Gehalt, Mieten, Kapital­erträge nur einige Monate erhalten. Der Frei­betrag geht von der Summe dieser Einkünfte im Jahr ab.
Sofort wirk­sam.
Die Entlastung muss der Chef beim Lohn­steuer­abzug oder das Finanz­amt bei der Steuererklärung je nach Geburts­datum von sich aus berück­sichtigen. Für Kapital­einkünfte greift der Frei­betrag aber erst über Ihre Steuererklärung, wenn Sie die Güns­tiger­prüfung in Anlage KAP ankreuzen.

Steuer­vorteil für Ältere

Älter zu werden, kann derzeit bei der Steuer Vorteile bringen. Dafür muss Frau oder Mann noch nicht mal im Ruhe­stand sein. Es genügt, dass sie Anfang des Jahres 64 waren. Dann erhalten sie einen Alters­entlastungs­betrag für voll steuer­pflichtige Einkünfte wie Gehälter oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Wie bekomme ich den Alters­entlastungs­betrag?

Sind Sie berufs­tätig und waren am 1. Januar 64 Jahre alt, berück­sichtigt Ihr Arbeit­geber bei der Gehalts­abrechnung auto­matisch einen Alters­entlastungs­betrag. Dadurch müssen Sie weniger Lohn­steuer zahlen und Ihr Netto­gehalt steigt.

Im Ruhe­stand muss das Finanz­amt den Alters­entlastungs­betrag von sich aus in Ihrer Steuererklärung von voll steuer­pflichtigen Einkünften wie Mieten oder Pacht abziehen, sodass Sie weniger Einkommen versteuern müssen und Steuern sparen.

Waren Sie am 1. Januar 2019 64 Jahre alt, beträgt für 2019 Ihr Alters­entlastungs­betrag 17,6 Prozent von voll steuer­pflichtigen Einkünften, maximal 836 Euro. Wurden Sie allerdings erst am 2. Januar 1955 geboren, steht Ihnen erst für das Steuer­jahr 2020 ein Entlastungs­betrag zu (Tabelle Aktuelle Freibeträge).

Geht der Alters­entlastungs­betrag von allen meinen Einkünften ab?

Nein. Müssen Sie zum Beispiel nur Ihre gesetzliche Rente versteuern, wirkt er sich für Sie über­haupt nicht aus, weil es hier einen extra Rentenfrei­betrag gibt. Das gilt auch für Pensionen, weil hier ein Pensions­frei­betrag abgeht. Aber für alle voll steuer­pflichtigen Einkünfte kommt der Entlastungs­betrag jeweils zum Zuge – bis der Maximal­betrag erreicht ist. Und zwar bei diesen Einkünften:

  • aus aktiver Berufs­tätig­keit,
  • aus Vermietung und Verpachtung,
  • voll steuer­pflichtige Renten wie Riester-Rente und betriebliche Renten oder Teile davon, die Sie voll versteuern müssen,
  • aus selbst­ständiger Tätig­keit und
  • aus Kapital­erträgen.

Wie hoch ist mein Alters­entlastungs­betrag?

Die Höhe hängt von Ihrem Geburts­jahr ab, denn für jeden neuen Jahr­gang sinkt der Alters­entlastungs­betrag. Erhalten Sie ihn für 2020 das erste Mal, sind 16 Prozent Ihrer voll steuer­pflichtigen Einkünfte steuerfrei, maximal 760 Euro im Jahr. Waren Sie am 1. Januar 2005 bereits 64 Jahre, bekommen Sie höchs­tens 40 Prozent, maximal 1 900 Euro. Für jüngere Jahr­gänge wird es immer weniger, bis der Frei­betrag ab 2040 ganz abge­schmolzen ist. Wer ab dem 2. Januar 1975 geboren ist, wird keinen mehr bekommen.

Können Ehepartner den Entlastungs­betrag zusammen nutzen?

Leider nein. Sie können zwar gemein­sam eine Steuererklärung einreichen, aber der Alters­entlastungs­betrag wird separat berechnet. Das Amt stellt für jeden Partner individuell Prozent­satz und Höchst­betrag fest und rechnet den individuellen Frei­betrag auf die Einkünfte des jeweiligen Part­ners an.

Schöpft einer den Entlastungs­betrag in einem Jahr nicht aus, lässt sich der verbliebene Teil nicht auf den anderen Partner über­tragen, sondern er verfällt.

Tipp: Mehr zum Thema Steuern und Rente finden Sie auf unserer Themenseite Steuertipps für Rentner.

Aktuelle Frei­beträge

Wer zu Jahres­beginn 64 Jahre alt war, hat je nach Geburts­datum Anspruch auf einen Alters­entlastungs­betrag. Der Frei­betrag geht von diesen Einkünften ab: Gehälter, Kapital­erträge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus selbst­ständiger Tätig­keit, aus privaten Veräußerungs­gewinnen, aus Riester-Renten, voll steuer­pflichtigen Zahlungen aus Pensions­fonds oder Pensions­kassen.

Geburt vor dem

Alters­entlastungs­betrag1

(Prozent)

Maximal (Euro)

2. Januar 1941

40,0

1 900

2. Januar 1942

38,4 

1 824

2. Januar 1943

36,8 

1 748

2. Januar 1944

35,2 

1 672

2. Januar 1945

33,6 

1 596

2. Januar 1946

32,0

1 520

2. Januar 1947

30,4 

1 444

2. Januar 1948

28,8 

1 368

2. Januar 1949

27,2

1 292

2. Januar 1950

25,6

1 216

2. Januar 1951

24,0 

1 140

2. Januar 1952

22,4 

1 064

2. Januar 1953

20,8 

  988

2. Januar 1954

19,2

  912

2. Januar 1955

17,6 

  836

2. Januar 1956

16,0 

 760
(ab Steuer­jahr 2020)

1
Beträge entsprechend der Tabelle in § 24 a S. 5 EStG.

Drei Beispielfälle

Noch keine Lust auf Ruhe­stand?

Sie sind noch berufs­tätig und waren zu Beginn des Jahres 64? Dann muss Ihr Arbeit­geber bei der monatlichen Gehalts­abrechnung einen Alters­entlastungs­betrag berück­sichtigen. Das erhöht Ihr Netto­gehalt.

Beispiel. Anna Ebers (Jahr­gang 1955) denkt noch nicht an Rente. 2020 ist sie weiter in ihrem Job voll berufs­tätig. Weil sie Ende Dezember 2019 ihren 64. Geburts­tag gefeiert hat, erhält sie ab Januar 2020 einen Alters­entlastungs­betrag. Der beträgt 16 Prozent ihrer Gehalts­einkünfte, maximal 760 Euro im Jahr. Ein Zwölftel davon muss ihr Chef seit Januar bei ihrer monatlichen Gehalts­abrechnung berück­sichtigen: Statt rund 565 Euro Lohn­steuer inklusive Soli auf ihr monatliches Brutto­gehalt von 3 500 Euro werden durch den Entlastungs­betrag nur rund 544 Euro fällig.

Fazit. Durch den Alters­entlastungs­betrag spart Ebers im Monat genau 21,45 Euro Lohn­steuer und Soli. Im Jahr hat sie dadurch immerhin 257 Euro (12 x 21,45 Euro) Plus.

Tipp: Verbrauchen Sie – anders als die Frau im Beispiel – nicht den kompletten Alters­entlastungs­betrag, kann Ihr Arbeit­geber den restlichen Frei­betrag von Ihren anderen Einkünften wie Urlaubs- und Weihnachts­geld, Abfindungen oder Tantiemen steuer­mindernd abziehen.

Entlastung auch für den Ehepartner?

Sie und Ihr Ehepartner haben Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung? Dann senkt der Alters­entlastungs­betrag Ihre Steuerlast.

Beispiel. Hans Heinig (Jahr­gang 1939) und seine Frau Erika (Jahr­gang 1950) werden 2020 voraus­sicht­lich 42 421 Euro Rente erhalten. Zudem vermieten sie eine Eigentums­wohnung, die beiden jeweils zur Hälfte gehört. Sie rechnen mit 6 000 Euro Miet­einkünften (nach Abzug der Werbungs­kosten): Hans erhält für seine anteiligen 3 000 Euro 1 200 Euro (40 Prozent) Alters­entlastungs­betrag, bei Erika gehen von ihren 3 000 Euro Einkünften 720 Euro (24 Prozent) Frei­betrag ab.

Beispiel. Ohne Alters­entlastungs­betrag würde das Ehepaar rund 533 Euro mehr Steuern zahlen. Ihren maximalen Entlastungs­betrag würden beide ausschöpfen, wenn jeder 4 750 Euro Miet­einkünfte im Jahr erzielte: Erika bekäme 1 140 Euro Frei­betrag und Hans 1 900 Euro. Damit würden sie rund 831 Euro Steuern sparen.

Tipp: Schöpfen Sie den vollen Entlastungs­betrag aus. Eventuell lohnt es, etwa Kapital­einkünfte (siehe Beispiel rechts) unter den Ehepart­nern neu zu verteilen. Über­tragen sollten Sie auf Ihren Ehepartner aber nur Vermögen bis zum Schenkungs­frei­betrag von 500 000 Euro.

Zu hohe Abgeltung­steuer bezahlt?

Sie erzielen 2020 mehr als 801 Euro (Ehepaare 1 602 Euro) Kapital­erträge wie Zinsen, Dividenden oder Kurs­gewinne? Dann kann ein Alters­entlastungs­betrag Steuern sparen.

Beispiel. Andreas Kühn (Jahr­gang 1954), der seit 2017 in Rente ist, rechnet 2020 mit voraus­sicht­lich 19 977 Euro Bruttorente. Zudem wird er 1 801 Euro Zinsen erhalten: 801 Euro davon sind steuerfrei, auf die verbleibenden 1 000 Euro werden inklusive Soli 263,75 Euro Abgeltung­steuer fällig. Kühn muss seine Kapital­erträge nicht in der Steuererklärung angeben, sollte es aber tun. Beantragt er dort die Güns­tiger­prüfung, zieht das Finanz­amt von seinen 1 000 Euro steuer­pflichtigen Zinsen 176 Euro (17,6 Prozent) Alters­entlastungs­betrag ab.

Beispiel. Kühn spart durch den Antrag auf die Güns­tiger­prüfung 86,75 Euro, weil sein Steu­ersatz nied­riger ist als die 25 Prozent Abgeltung­steuer. Auch wenn er noch nicht den Alters­entlastungs­betrag bekäme, würde er rund 48 Euro Steuern sparen.

Tipp: Beantragen Sie die Güns­tiger­prüfung in Anlage KAP, Zeile 4, dann kommt statt der 25 Prozent Abgeltung­steuer Ihr persönlicher Steu­ersatz zum Zuge – aber nur, wenn dieser nied­riger ist als 25 Prozent und Sie keinen Nachteil dadurch haben.

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 07.07.2021 um 17:51 Uhr
Altersentlastungsfreibetrag auch für Betriebsrente

@Frank1943: Wenn Ihnen altersgemäß ein Altersentlastungsbetrag zusteht, dann sollten Sie innerhalb der einmonatigen Frist Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid beim Finanzamt einlegen. Im Steuerbescheid müsste der Altersentlastungsbetrag von Ihrer voll steuerpflichtigen Betriebsrente abgeben.
(dda)

Frank1943 am 07.07.2021 um 10:19 Uhr
Altersentlastungsfreibetrag auch bei Betriebsrente

Mein Steuerprogramm weist einen Freibetrag über 1000 Euro aus, das FA streicht diesen gänzlich. Ich erhalte eine voll zu versteuernden Betriebsrente, die aber offensichtlich nicht angerechnet wird (im Gegensatz zu ihrem Artikel).
Was ist nun richtig?

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.02.2020 um 10:48 Uhr
Bonus für Senioren

@AlfonsKuhn: Im Steuerbescheid findet man einen Betrag mit der Bezeichnung „Summe der Einkünfte“. Der Altersentlastungsbetrag wird anschließend davon abgezogen, diese Position und ihre Höhe können Sie im Bescheid sehen. Das Ergebnis dieser Rechnung heißt dann „Gesamtbetrag der Einkünfte“ und ist ebenfalls im Steuerbescheid ausgewiesen. (PH)

AlfonsKuhn am 21.02.2020 um 13:44 Uhr
Bonus für Senioren

wo taucht denn dieser Betrag im Bescheid vom Finanzamt auf?