Ein Finanztest-Leser fragt: „Ich bin 78 Jahre alt und möchte den Alters­entlastungs­betrag nutzen. Das Finanz­amt meint, dass es ihn nicht für Zinsen gibt, auf die schon Abgeltung­steuer gezahlt wurde. Stimmt das?“

Nein, das ist so nicht richtig. Zwar berück­sichtigt Ihre Bank den Alters­entlastungs­betrag bei der Berechnung der Abgeltung­steuer nicht. In der Steuer­abrechnung kann er sich aber auswirken. Zunächst müssen Sie in der Anlage KAP Ihre Kapital­erträge erklären und die Güns­tiger­prüfung in Zeile 4 beantragen. Dann setzt das Finanz­amt für Ihre Zinsen über dem 801-Euro-Sparerpausch­betrag den Alters­entlastungs­betrag an, sofern er nicht durch andere Neben­einkünfte wie Miet­erträge verbraucht ist. Danach vergleicht das Amt, ob die Abgeltung­steuer oder Ihr persönlicher Steu­ersatz güns­tiger ist und setzt das Güns­tigere an.

Tipp: Waren Sie 2016 mindestens 64 Jahre, erhalten Sie für Ihre Neben­einkünfte 2017 den Entlastungs­betrag. Ob der sich steuerlich auswirkt, hängt auch vom Geburts­jahr ab. Für jeden neuen Jahr­gang ist er geringer: Für 1952 Geborene sind es nur 20,8 Prozent, maximal 988 Euro.

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