Alternativen zur Kuhmilch Meldung

Kamelmilch ist ähnlich zusammengesetzt wie Kuhmilch, schmeckt aber etwas salzig.

Nicht jeder verträgt oder mag Kuhmilch. Sei es wegen einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß, einer Unver­träglich­keit gegen Milch­zucker oder aus Protest gegen die Lebens­bedingungen der Nutztiere. Doch was bringen Alternativen wie Kamel- und Ziegenmilch, Soja- und Reisdrinks? Halten die Alternativen mit kalzium- und eiweiß­reicher Kuhmilch mit? Sind gar Wunder­wirkungen möglich? test.de klärt auf.

Wer Kuhmilch nicht verträgt, sollte auch Kamelmilch meiden

Diabetes, Autismus, Allergien: Kamelmilch, heißt es, soll viele Leiden lindern. Seit 2013 darf sie aus Arabien in die EU importiert werden, zuvor gab es Seuchenbedenken. Die Nähr­stoffe in Kuh- und Kamelmilch ähneln sich. „Kuhmilchal­lergiker sollten Kamelmilch meiden“, rät Professorin Margitta Worm von der Charité Universitäts­klinik in Berlin. Beide hätten potenziell all­ergene Kaseine. Heil­versprechen gelten als fraglich. Im Internet kostet 1 Liter Tiefkühl-Kamelmilch etwa 13,50 Euro. Auch Ziegenmilch setzt sich ähnlich wie Kuhmilch zusammen, punktet aber mit mehr Vitamin D. Kuhmilchal­lergiker können auch auf Ziegenmilch reagieren. Sie ist oft dreimal so teuer.

Alternative für Veganer: Soja- und Getreidedrinks

Das aus Sojabohnen gewonnene süßliche Getränk ist rein pflanzlich. Es kann Veganer mit Eiweiß versorgen. Vielen Sojadrinks wurde Kalzium zugesetzt, wodurch sie sich als Milch­ersatz anbieten. Auch drin: Isofla­vone. Diese sekundären Pflanzen­stoffe ähneln dem weiblichen Hormon Östrogen, weshalb einige Frauen Sojadrinks gegen Wechsel­jahres­beschwerden trinken. Die Wirkungen sind aber nicht umfassend belegt. Vorteil der Drinks: Sie kosten kaum mehr als Kuhmilch. Pollen­allergiker könnten aber allergisch reagieren.

Nur wo Milch drin ist, darf „Milch“ drauf­stehen

Der Begriff Sojamilch ist übrigens falsch. Nur Melk­erzeug­nisse von Wieder­käuern dürfen Milch heißen. Getränke aus Reis, Dinkel, Hafer, Roggen schme­cken getreidig. Getreidedrinks kosten oft doppelt so viel wie Kuhmilch. Im Vergleich zu ihr bieten sie kaum Eiweiß und Nähr­stoffe. Kalzium oder Vitamine werden daher oft zugesetzt. Reisdrink ist all­ergen­arm. Wer unter Glutenun­verträglich­keit oder Zöliakie leidet, muss Getränke aus Dinkel, Hafer, Roggen meiden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 14 Nutzer finden das hilfreich.