Alternative Medizin Meldung

Ungewöhnliche Therapie für die Bandscheibe
ging schief.

Wendet ein Arzt ein bisher kaum geprüftes Verfahren an, muss er zuvor nicht nur über die Risiken der Behandlung aufklären. Er muss dem Patienten auch sagen, dass die Methode neu und ihre Wirksamkeit noch nicht statistisch abgesichert ist.

Tut der Arzt das nicht, schuldet er dem Patienten Schadenersatz und Schmerzensgeld, wenn es zu Komplikationen kommt.

Das hat der Bundesgerichtshof im Fall eines Patienten mit Bandscheibenbeschwerden entschieden (Az. VI ZR 35/06). Da der Patient keine klassische Bandscheibenoperation wollte, wandte sein Arzt die „Racz-Methode“ an, die von der Krankenkasse nicht bezahlt wird. Dabei wird dem Patienten eine Wirkstoffmischung in die Bandscheibe gespritzt. Anschließend hatte der Patient starke Schmerzen und schwere Darmprobleme. Die Anwendung dieser Methode ist zwar zulässig und der Arzt hatte auch auf die möglichen Folgen hingewiesen. Er hatte aber nicht erklärt, dass die „Racz-Methode“ zum Zeitpunkt der Anwendung wenig erforscht war.

Patienten müssen so etwas erfahren, um Risiken abwägen zu können. Ohne Aufklärung liegt ein Behandlungsfehler vor.

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