Alternative Medikamente Meldung

Die Techniker Krankenkasse (TK) will sich ab dem 1. Januar 2012 als erste Kasse an Kosten für rezeptfreie alter­native Arzneimittel beteiligen. Bis zu 100 Euro im Jahr sollen Versicherte von der Kasse bekommen. Möglich ist dies durch eine zum neuen Jahr in Kraft tretende Gesetzesänderung.

Geld für homöo­pathische und pflanzliche Mittel

Für jeden ihrer erwachsenen Versicherten will die TK nicht verschreibungs­pflichtige Arznei­mittel der Homöo­pathie, der Phyto­therapie (Pflanzenheil­kunde) und der Anthroposophie bis zu einem Betrag von 100 Euro im Kalender­jahr bezahlen. Voraus­setzung ist, dass es sich um apotheken­pflichtige Mittel handelt, die von einem Arzt verschrieben wurden. Dazu stellt der Arzt ein so genanntes grünes Rezept oder Privatrezept aus. Patienten bezahlen die Medikamente in der Apotheke zunächst selbst und reichen die Quittungen dann bei der Kasse ein.

Für Kinder werden rezept­freie Mittel weiter voll bezahlt

Generell sind nicht verschreibungs­pflichtige Medikamente für Erwachsene von der Erstattung ausgeschlossen. Für Kinder bis zum zwölften Geburts­tag sowie für Jugend­liche bis 18 mit Entwick­lungs­störungen bezahlt die TK wie alle Kassen die rezept­freien Arznei­mittel dagegen voll. An dieser gesetzlichen Leistung hat sich nichts geändert. Weiterhin bezahlt werden auch die ärzt­lich verordneten rezept­freien Mittel zur Behand­lung schwerwiegender Erkrankungen, die auf der Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses stehen.

Aufsicht hat noch nicht zuge­stimmt

Ob die TK die neue Zusatz­leistung wie geplant in ihre Satzung aufnehmen kann, steht noch nicht endgültig fest. Das Bundes­versicherungs­amt als zuständige Aufsichts­behörde hat der Satzungs­änderung noch nicht zuge­stimmt.

Gesetz ermöglicht neue Zusatz­leistungen

Möglich ist die Kosten­über­nahme für nicht verschreibungs­pflichtige Arznei­mittel durch das Versorgungs­strukturgesetz, das zum Beginn des neuen Jahres in Kraft tritt. Kassen dürfen ihre in der Satzung geregelten Zusatz­leistungen nicht nur bei Medikamenten erweitern. Neue Extras sind auch möglich bei folgenden Kassen­leistungen:

  • Heil­mittel (zum Beispiel Physio­therapie)
  • Hilfs­mittel (zum Beispiel Brillen oder Roll­stühle)
  • Haus­halts­hilfe
  • Vorsorge- und Reha-Maßnahmen
  • künst­liche Befruchtung
  • zahn­ärzt­liche Behand­lung (ohne Zahn­ersatz)
  • Leistungen von nicht zugelassenen Leistungs­erbringern (zum Beispiel Psycho­therapeuten ohne Kassen­zulassung).

Nach Angaben eines Sprechers will die TK derzeit aber neben den alternativen Medikamenten keine weiteren neuen Zusatz­leistungen einführen.

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