Alternative Heilmethoden Meldung

Etwa zwei Drittel der Bundesbürger vertrauen mittlerweile auf Medizin und Therapieverfahren der Naturheilkunde - Tendenz steigend. Die Gründe sind vielfältig: enttäuschende Behandlungsergebnisse der Schulmedizin, wenig Verständnis oder eilige Abfertigung von behandelnden Ärzten. Der Markt für Naturheilverfahren ist groß und unübersichtlich. Die meisten Ausbildungswege sind nicht geregelt: Weder durch Vereine/Verbände noch durch Gesetze und Verordnungen. Und auch die Wirksamkeit vieler Therapien ist umstritten. Die Stiftung Warentest hat für mehr als 50 Therapieformen verschiedene Anwendungsgebiete untersucht. Ergebnis: Nur etwa ein Drittel dieser Verfahren bietet auch sichere und nachweisbar gute Effekte für die Gesundheit.

Komplementäre Medizin

Naturheilmittel oder Naturheilverfahren - in der Wissenschaft wird dieser recht große Bereich als komplementäre Medizin bezeichnet. Dazu gehören Verfahren zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung, die die konventionelle Medizin ergänzen. Das geschieht durch Konzepte, die in der „Schulmedizin“ üblicherweise nicht vorkommen. Das Spektrum an Methoden und Mitteln in der komplementären Medizin ist verwirrend groß. Dazu zählen bekannte Therapien wie Massagen, Misteltherapie und Kneippanwendungen, aber auch Geistheilung oder Ayurveda.

Ausgewertete Studien

Um die Wirksamkeit von mehr als 50 Verfahren der komplementären Medizin zu überprüfen, hat die Stiftung Warentest Fachliteratur und Studien gesichtet und bewertet. Ergebnis: Etwa zwei Drittel der untersuchten Verfahren haben keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und sind als Therapie daher nicht oder nur wenig geeignet. Einige Verfahren können aber als Ergänzung zur Schulmedizin durchaus dazu beitragen Krankheiten zu lindern oder zu heilen.

Beispiel Massage

Massagen haben eine nachgewiesene Wirkung bei Angstzuständen, Asthma und zur Vorbeugung von Wundliegen. Die Risiken sind hier - richtige Anwendung vorausgesetzt - äußerst gering. Hinweise gibt es zudem, dass Massage bei Verstopfung und als begleitende Behandlung in der Intensivmedizin wirksam sein kann. Nicht geeignet ist Massage zur Behandlung von Sehnenscheidenentzündung.

Beispiel Akupunktur

Durch die Hautreizung mit Nadeln können bestimmte Schmerzzustände und auch Übelkeit aufgrund verschiedener Ursachen wirksam behandelt werden. Das gilt unter anderem für die Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose, Rückenschmerzen und Tennisellenbogen. Bei richtiger Anwendung sind die Risiken der Behandlung gering. Für viele andere Beschwerden fehlt aber ein Nachweis über die Wirksamkeit dieser Therapie. So bringt der Einsatz von Akupunktur bei Asthma, Geburtsschmerzen, Tinnitus und auch bei der Raucherentwöhnung keinen Erfolg.

Beispiel Ayurveda

Dieses Medizinsystem entstand vor mehreren tausend Jahren in Indien. Ayurveda hat eine eigene Diagnostik, bei der unter anderem auch die Zungen- und Pulsbeschaffenheit beurteilt wird. Diese Methoden sind aber wenig geeignet, um Krankheiten oder Störungen zu erkennen. Zwar gibt es positive Hinweise für die Behandlung etwa von Akne, Arthrose, Diabetes, Parkinson, rheumatoider Arthritis und Schlafstörungen mit einzelnen ayurvedischen Arzneimitteln. Doch unbedenklich ist diese Arzneimittelbehandlung nur, wenn diese Mittel nach europäischem Standard zugelassen sind. Andere Importware kann gefährlich sein: Verunreinigt, mit Giften versetzt oder sie enthält problematische Inhaltsstoffe. Aufgrund dieser Sicherheitsbedenken ist Ayurveda zur Behandlung der genannten Krankheiten wenig geeignet.

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