Arznei selbst zahlen

Für viele pflanzliche oder homöopathische Medikamente zahlt die Kasse nicht.

Auch wenn die Kasse die Kosten für die Behandlung bei einem naturheilkundlich ausgerichteten Arzt übernimmt – die Medikamente müssen Patienten meist selbst zahlen.

Seit Anfang 2004 dürfen die Kassen nur verschreibungspflichtige Medikamente bezahlen. Die meisten pflanz­lichen oder homöopathischen Mittel sind jedoch rezeptfrei. So tragen viele Neurodermitispatienten und Allergiekranke die Kosten für ihre homöopathischen Mittel jetzt selbst.

Nur einige wenige Arzneien sind verschreibungspflichtig: Dazu gehören beispielsweise giftige Substanzen wie Quecksilber oder Arsen in Tiefpotenzen, aber auch Stoffe, die unter das ­Betäubungsmittelgesetz fallen wie Opium. Verschreibt ein Homöopath diese Stoffe, kann er weiterhin ein Kassenrezept ausstellen.

Kinder und Schwerkranke

Für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr übernimmt die Kasse alle nicht rezeptpflichtigen Arzneien. Alle anderen Patienten erhalten sie nur noch in Ausnahmefällen.

Diese Ausnahmen sind auf einer ­Lis­te des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgeführt. Darin steht, bei welchen schweren Erkrankungen die Kassen rezeptfreie Arzneien bezahlen dürfen, sofern sie in der jeweiligen Therapierichtung zur Standardbehandlung dieser Krankheit gehören.

Aber auch für Schwerkranke gelten Einschränkungen: Mistelpräparate für Krebspatienten gibt es beispielsweise nur noch im fortgeschrittenen Stadium zur Verbesserung der Lebensqualität, nicht aber begleitend zu einer Chemo- oder Strahlentherapie.

Mittel, die nicht in der Apotheke ­verkauft werden, erstattet die Kasse nie. Nahrungsergänzungsmittel oder Pflanzenmischungen der traditionellen chinesischen Medizin müs­sen ­Patienten selbst zahlen, ebenso Arzneien, die ein Heilpraktiker verordnet.

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