In der Klinik erlaubt – ambulant verboten

Von Kneippbad bis Ayurveda: Was beim niedergelassenen Arzt keine Kasse bezahlen darf, ist in vielen Rehakliniken selbstverständlich.

Die Deutsche Angestellten Kranken­kasse wirbt damit, dass sie einen Vertrag mit der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren im sächsischen Bad Elster hat. Dort wird Heil­fasten ebenso angeboten wie Kneipp'sche Anwendungen oder Behandlungen nach den Regeln der homöopathischen, ayurvedischen oder traditionellen chinesischen Medizin.

Wie die DAK haben viele Kassen Verträge mit Krankenhäusern und Rehakliniken, die nicht nur nach schulmedizinischen Verfahren behandeln.

Etliche Kliniken arbeiten auch mit anthroposophischen Methoden, zum Beispiel bei psychosomatischen Erkrankungen. Oder sie wenden bei Neurodermitis oder Schuppenflechte die Balneo-Fototherapie an, eine kombinierte Methode aus Solebädern und Bestrahlung.

Würde ein Patient dieselben Therapien von einem niedergelassenen Arzt oder Physiotherapeuten in Anspruch nehmen, müsste er sie in den meisten Fällen selbst bezahlen.

Unterschiedliche Vorschriften

Für ambulante und stationäre Behandlung gelten unterschiedliche Vorschriften des Gemeinsamen Bundesausschusses. So ist es den Kassen verboten, die Balneo-Fototherapie in der ambulanten Behandlung zu bezahlen. In der Krankenhausbehandlung oder Rehabilitation ist die Therapie erlaubt.

Das hat damit zu tun, dass Rehamaßnahmen häufig von den Trägern der Rentenversicherung bezahlt werden, die auch eigene Einrichtungen betreiben. Aus historischen Gründen gelten hier andere Regeln.

Der Patient muss jedoch eine hohe Hürde überwinden: Seine Krankheit muss so schwer sein, dass eine ambulante Behandlung nicht möglich ist. Er muss mit ärztlichen Attesten nachweisen, dass die Rehamaßnahme eine Verschlimmerung seiner Krankheit verhindern oder seine Wiedereingliederung in den Alltag und ins Berufsleben fördern kann.

Obwohl die Rentenversicherungsträger die Kosten tragen, ist der Antrag stets bei der Krankenkasse zu stellen.

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