Altenpflege Meldung

Es gibt zu wenig neutrale Beratungsstellen für Pflegebedürftige und ihre Angehörige in deren Nachbarschaft, sogenannte Pflegestützpunkte. Das beklagt der Sozialverband VdK. Pflegestützpunkte sind Anlaufstellen für Familien, die sich dafür entscheiden, ihren Angehörigen zuhause zu pflegen. Die Stützpunkte klären über Leistungen der Pflegeversicherung, des Sozialwesens und Angebote in der Region auf.

Pflegefall: Wo es guten Rat gibt

Wenn sich Angehörige entscheiden, ihre pflegebedürftigen Verwandten zuhause zu pflegen, sollten sie sich umfangreich beraten lassen. Der Gesetzgeber hat zu pflegenden Menschen und deren Angehörigen sogar einen Anspruch darauf eingeräumt. Pflegestützpunkte sollen überall im Land diese Beratungsarbeit erfüllen. Wird ein Mensch zu Hause gepflegt, müssen Angehörige sich nicht nur um Betreuung kümmern. Sie müssen auch Anträge bei der gesetzlichen Pflegekasse für Medikamente, Rollstuhl oder Spezialbett stellen, das Haus von Barrieren befreien oder einen Aufzug einbauen und Hilfen und Dienstleistungen organisieren. Expertenrat finden Angehörige in den bundesweit rund 310 Pflegestützpunkten. Die aktuelle Untersuchung von test 11/2010 hat je einen Pilotpflegestützpunkt je Bundesland getestet und bewertet.

Was Pflegestützpunkte wissen

Von den Beratern in den Pflegestützpunkten erfahren die Angehörigen, wie sie Anträge bei Pflegekassen und Sozialeinrichtungen stellen und welche Leistungen ihnen zustehen. Auch erleichternde Informationen zur alltäglichen Pflege geben die Beratungsstellen weiter. Angehörige können sich dort etwa auch Adresslisten von regionalen Anbietern holen die:

  • „Essen auf Rädern“ austeilen,
  • zu altersgerechtem Umbau des Hauses oder der Wohnung beraten,
  • Haushaltshilfen vermitteln,
  • Kontakte zu Ärzten, Selbsthilfegruppen, ambulanten Pflegediensten besorgen und vieles mehr.

Die Berater sind dazu verpflichtet, unabhängig von eigenen Interessen zu beraten. Pflegestützpunkte sind in Rathäusern, Einkaufspassagen oder Pflegeeinrichtungen zu finden.

Wo Angehörige auf Stützpunkte verzichten müssen

Die regionale Verteilung der Stützpunkte kann ein größeres Gefälle kaum haben. Gut ausgestattet mit Beratungsstellen sind nach Angaben des VdK die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die Bundesländer Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben nur Pilotpflegestützpunkte eingerichtet, die sie nach Abschluss der Pilotphase anderen Trägern übergeben werden. Nur auf dem Papier stehen die Stationen in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Sachsen und Sachen-Anhalt bieten anstelle von Pflegestützpunkten eine „vernetzte Pflegeberatung“. Dabei findet die Pflegeberatung bei den Pflegekassen und Kommunen statt. Informationen dazu bieten die Internetportale www.pflegenetz.sachsen.de und www.pflegeberatung-sachsen-anhalt.de.

Der Sozialverband VdK hat aktuell zum Thema Pflege eine Website und den Ratgeber Keiner ist allein veröffentlicht.

Finanztest 02/2011: Themenpaket Pflege
test 11/2010:Test Pflegestützpunkte

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