Alte Leipziger Meldung

Markus Armann

Markus Armann war empört. Mehr als vier Jahre lang hatte die Alte Leipziger Bausparkasse einen Sparbeitrag von monatlich 100 Euro von seinem Konto abge­bucht. Das hatte der Finanztest-Leser bei Vertrags­abschluss vereinbart. So steht es auch in der Bauspar­urkunde. Plötzlich sollte das nicht mehr gelten. Doch Armann wehrte sich erfolg­reich gegen die Kürzung seines Bauspar­beitrags.

Bausparkasse wollte nur noch den Regelsparbeitrag einziehen

Ende Mai teilte die Bausparkasse dem Mann aus Pfaffenhofen mit, sie werde künftig nur noch den tariflichen Regelsparbeitrag von 64,40 Euro einziehen. Wegen der Nied­rigzins­phase sei das „zum Schutz aller Bausparer“ nötig. Für Armann hätte das bedeutet: Sein Vertrag würde später als geplant zugeteilt. Und er bekäme die versprochenen 4 Prozent Gutha­benzinsen nur auf eine kleinere Sparsumme.

Regelsparbeitrag ist nur eine Spar­empfehlung

Armann hält das für einen Vertrags­bruch. Beim Regelsparbeitrag, so heißt es in seiner Vertrags­urkunde, „handelt es sich um eine Spar­empfehlung, von der Sie jeder­zeit abweichen können.“ Für Finanztest-Vergleiche hatte die Alte Leipziger mehr­fach Angebote mit Sparbeiträgen erstellt, die weit ober­halb der Regelsparrate lagen – und war damit Testsieger geworden.

Nach Protest lenkt die Alte Leipziger ein

Man habe die Maßnahme „nochmals kritisch hinterfragt“, teilte die Bausparkasse Finanztest mit. Ergebnis: Sie nimmt die Kürzung der Sparbeiträge für die 870 betroffenen Kunden zurück. So bleibt den Gerichten mindestens ein Verfahren erspart. „Ich hätte geklagt, wenn die Alte Leipziger nicht einge­lenkt hätte“, sagt Armann.

Tipp: Lesen Sie zu diesem Thema auch unser Special Alte Bausparverträge: Wie sich Kunden gegen den Rausschmiss wehren. Übrigens: Aktuell haben unsere Tester fest­gestellt, dass 10 von 17 Bausparkassen im Internet bessere Angebote machen als in der Filiale vor Ort.

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