Alte Führer­scheine Wann sie ungültig werden und welche Fristen gelten

Alte Führer­scheine - Wann sie ungültig werden und welche Fristen gelten
Alte Führer­scheine. Sie werden ungültig. © picture alliance / Bildagentur-online / Ohde

Rund 43 Millionen Deutsche müssen in den kommenden Jahren ihren alten Führer­schein umtauschen. Im Januar 2022 werden die ersten Dokumente ungültig. Wir haben die Details.

Einheitliche EU-Dokumente für alle

Nicht nur die legendären alten Lappen oder Pappen sind dran, selbst neuere Plastikkärt­chen werden bis 2033 nach und nach ungültig (siehe unten). Wer seinen alten Führer­schein abgibt, erhält einen neuen EU-Führer­schein. Damit soll sicher­gestellt werden, dass inner­halb der Europäischen Union alle Führer­scheine ein einheitliches Erscheinungs­bild haben. Außerdem sind die neuen EU-Führer­scheinkarten besser vor Fälschungen geschützt. Für Fahrten außer­halb des EU-Raums benötigen Urlauber oft zusätzlich einen internationalen Führerschein.

Umtausch läuft gestaffelt ab

Die Gültig­keit von Führer­schein-Dokumenten ist, anders als früher, jetzt auf 15 Jahre befristet. Der Umtausch der alten Führer­scheine erfolgt Schritt für Schritt. Bund und Länder haben sich auf eine zeitliche Staffelung geeinigt, um einer Über­lastung der Behören vorzubeugen. Wann wer aktiv werden muss, hängt zunächst davon ab, ob der Führer­schein vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurde oder danach.

Die erste Dead­line ist am 19. Januar 2022

Führer­scheine, die vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, werden als erste aussortiert. Gestaffelt wird nach dem Geburts­jahr­gang:

  • 1953–1958: Umtausch bis zum 19. Januar 2022
  • 1959–1964: Umtausch bis zum 19. Januar 2023
  • 1965–1970 : Umtausch bis zum 19. Januar 2024
  • 1971 oder später geboren: Umtausch bis zum 19. Januar 2025

Sonder­regel für Senioren

Vor 1953 Geborene sind zunächst von der Umtausch­frist befreit, da fraglich ist, ob sie im Jahr 2033, wenn die EU-Führer­scheine dann allgemein Pflicht sind, über­haupt noch hinter dem Steuer sitzen.

Die letzten haben bis 2033 Zeit

Wurde der Führer­schein 1999 oder später ausgestellt, staffelt sich die Frist nicht mehr nach dem Geburts­jahr­gang, sondern nach dem Datum der Ausstellung:

  • 1. Januar 1999 - 31. Dezember 2001: Umtausch bis zum 19. Januar 2026
  • 1. Januar 2002 - 31. Dezember 2004: Umtausch bis zum 19. Januar 2027
  • 1. Januar 2005 - 31. Dezember 2007: Umtausch bis zum 19. Januar 2028
  • 1. Januar 2008 - 31. Dezember 2008: Umtausch bis zum 19. Januar 2029
  • 1. Januar 2009 - 31. Dezember 2009: Umtausch bis zum 19. Januar 2030
  • 1. Januar 2010 - 31. Dezember 2010: Umtausch bis zum 19. Januar 2031
  • 1. Januar 2011 - 31. Dezember 2011: Umtausch bis zum 19. Januar 2032
  • 1. Januar 2012 - 18. Januar 2013: Umtausch bis zum 19. Januar 2033

Umtausch gegen Gebühr

Wer seinen Führer­schein umtauschen will oder muss, macht zunächst einen Termin bei der zuständigen Führer­scheinstelle am Wohn­ort.

Zu diesem Termin sind mitzubringen:

  • der alte Führer­schein,
  • ein gültiger Personal­ausweis oder Reisepass,
  • ein aktuelles biome­trisches Licht­bild (Größe 45 mal 35 Milli­meter, Hoch­format, Frontal­aufnahme).

Die Gebühren für den Umtausch sind unterschiedlich, liegen aber meist bei rund 25 Euro.

Ordnungs­gelder für Besitzer alter Pappen

Die Fahr­erlaubnis selbst behält ihre Gültig­keit, lediglich das Dokument ist irgend­wann abge­laufen. Privat damit unterwegs zu sein, ist keine Straftat. In Deutsch­land kann ein Ordnungs­geld in Höhe von 10 Euro erhoben werden. Im EU-Ausland gibt es womöglich Ärger und höhere Geld­strafen. Die alten grauen und rosa Führer­scheine rufen in einigen Ländern bereits jetzt Befremden hervor. Wer sich davor schützen will, kann sich vorab über die Internet­seiten der Europäischen Union eine Erklärung in der jeweiligen Landes­sprache ausdrucken, in denen die Gültigkeit der alten Führerscheine erklärt wird.

Alte Führer­scheine als Souvenir

Der alte Lappen, aus dem oft noch ein jugend­liches Gesicht blickt, ist vielen Menschen ans Herz gewachsen. Wer ihn behalten möchte, kann ihn von der Führer­scheinstelle entwerten lassen. So ist für alle erkenn­bar, dass das Dokument nicht mehr gültig ist und nur noch Erinnerungs­wert besitzt.

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