Alte Aktien­verluste Letzte Gelegenheit

3

Schieben Anleger Verluste aus verkauften Aktien vor sich her, die sie vor 2009 gekauft haben, können sie diese zum letzten Mal mit Gewinnen aus Wert­papier­verkäufen verrechnen lassen. Infrage kommen dafür vor allem Gewinne aus Fonds und Aktien, die sie frühestens seit 2009 besitzen und im Laufe des Jahres 2013 verkaufen.

Der Verkauf kann sich lohnen, wenn der Steuer­vorteil der Verlust­verrechnung höher ist als der Gewinn, den die Papiere in Zukunft schät­zungs­weise bringen werden. Wer will, kann Aktien für die Verrechnung auch abstoßen und bei abweichendem Kurs gleich wieder kaufen, hat der BFH entschieden (Az. IX R 60/07).

Ab 2014 wird das Finanz­amt Altverluste dann nicht mehr mit Wert­papiergewinnen verrechnen. Die Verrechnung ist nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungs­geschäften wie den Verkäufen von Gold, Mietimmobilien und Antiquitäten möglich.

3

Mehr zum Thema

  • Muster­prozesse 2021 Von aktuellen Steuer­verfahren profitieren

    - Entscheidet der Bundes­finanzhof für Steuerzahler, gewinnen rück­wirkend alle mit, die sich einge­klinkt haben. Stiftung Warentest stellt wichtige Muster­prozesse vor.

  • Steuererklärung Frist kennen, pünkt­lich abgeben

    - Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist, muss sie frist­gerecht einreichen. Sonst drohen satte Zuschläge. Die Stiftung Warentest zeigt fünf Wege zur„Last-Minute“-Abgabe.

  • Abgeltung­steuer Gratis­aktien mit Steuer­vorteil

    - Für Aktionäre bieten die steuerlichen Folgen von Fusionen oder Spin-offs (Abspaltungen) Streit­potenzial mit dem Finanz­amt, aber auch Steu­erspar­chancen, wie zwei...

3 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.08.2013 um 08:50 Uhr
Abgeltungssteuer??

@thom79: Eine ausführliche Erklärung der geltenden steuerlichen Regelungen sprengt hier leider die 1000 Zeichen. In Finanztest 12/2012 findet man aber einen ausführlichen Artikel zum Thema. Oder hier:
https://www.test.de/Jahresbilanz-fuer-Anleger-Jetzt-Altverluste-einsetzen-4465191-0/
(PH)

Gelöschter Nutzer am 07.08.2013 um 15:16 Uhr
Abgeltungssteuer ??

@anon und Stiftung Warentest
Spielt die Abgeltungssteuerfreiheit für Wertpapiere vor 2009 keine Rolle?
Und in wie fern ist es jetzt zum letzten Mal möglich den Steuervorteil zu nutzen?
Lese leider heute zum ersten Mal von dieser Änderung und habe leider noch nicht richtig die Vor- und Nachteile, insb. in Zusammenhang mit der abgeltungssteuerfreiheit für derzeit verlustbehaftete Wertpapiere im Depot verstanden... Ich hoffe Sie können mir diesbezüglich etwas Gedankenklarheit verschaffen!

anon am 16.07.2013 um 08:08 Uhr
Argumentation ist falsch

Die Argumentation "Der Verkauf kann sich lohnen, wenn der Steuer­vorteil der Verlust­verrechnung höher ist als der Gewinn, den die Papiere in Zukunft schät­zungs­weise bringen werden" ist falsch. Der Verkauf lohnt sich fast in jedem Fall. Das ergibt eine einfache Arbitrageüberlegung: Ich kaufe nach dem Verkauf wieder das gleiche Wertpapier und bin abzüglich Transaktionskosten beim alten Stand, habe aber den Anschaffungspreis des Wertpapiers erhöht und damit die zukünftigen Steuern gesenkt. Nur wenn die Transaktionskosten unverhältnismäßig hoch sind, lohnt sich das ganze nicht. Vorsicht aber vor Gestaltungsmissbrauch. Das Finanzamt erkennt nur Geschäfte an, die auch ohne Steuervorteil wirtschaftlich sinnvoll wären.