Der Kauf von stark verfallenen Altbauten ist für Vermieter steuerlich nicht mehr so günstig. Viele sind beim Finanzamt besser bedient, wenn sie neuere und weniger marode Immobilien kaufen. Dafür können sie die Sanierungskosten leichter absetzen. Wenn der Wohnwert der Immobilie durch die Sanierung nicht stark steigt, muss das Finanzamt nämlich alle Sanierungskosten auf einen Schlag anerkennen, urteilte der Bundesfinanzhof. Wie schnell und wie viel Geld Vermieter nach dem Kauf in die Sanierung ihrer Immobilie stecken, spielt keine Rolle mehr (Az. IX R 39/97 und Az. IX R 52/00).

Für Vermieter, die stark sanierungsbedürftige Mietshäuser und Wohnungen kaufen, sind die neuen Urteile des Bundesfinanzhofs dagegen alles andere als günstig. Sie müssen ihre Immobilien nämlich meist in so großem Stil sanieren, dass ihr Wert hinterher sehr viel höher als vorher ist.

Wird aus einem Altbau mit einfacher Wohnqualität durch neue Bäder, Fenster, Heizungen und Elektroinstallationen ein Haus der Mittelklasse, erkennt das Finanzamt die Sanierungskosten nur über 40 oder 50 Jahre verteilt an. Auch wenn eine Mittelklasse-Immobilie nach der Sanierung höchsten Ansprüchen genügt, können Vermieter die Sanierungskosten nur über Jahrzehnte verteilt absetzen. Wie schnell und wie viel Geld sie nach dem Kauf für die Sanierung ausgeben, spielt auch hier keine Rolle mehr.

Bisher gab es eine einfache Regel. Bezahlten Vermieter in den ersten drei Jahren nach dem Kauf einer Immobilie ohne Umsatzsteuer höchstens 15 Prozent des gesamten Gebäudewerts für die Sanierung, gingen alle Ausgaben sofort als Werbungskosten vom Einkommen ab. Andernfalls konnten sie nur über 40 oder 50 Jahre verteilt abgeschrieben werden. Diese Regel hat der Bundesfinanzhof gekippt.

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