Die Allwo Allgemeine Wohnungsvermögens AG aus Hannover muss eine 1995 verkaufte Eigentumswohnung zurücknehmen und den Vertrag rückabwickeln. Die Käufer seien falsch beraten worden, urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Celle (Az. 16 U 127/04).

Laut Urteil verkaufte die Allwo den Klägern mithilfe von Beratern einer Vertriebsgesellschaft der Heinen-&-Biege-Gruppe eine Wohnung als sichere Anlage für das Alter. Die Finanzierung erfolgte ohne jedes Eigenkapital über die Bausparkasse Badenia und erwies sich als viel zu teuer. Die Käufer klagten wegen Falschberatung auf Rückabwicklung des Kaufs.

Hätte die Vertriebsfirma die knapp 40-jährigen Käufer ­darüber aufgeklärt, dass die ­Finanzierung mehr als 30 Jahre dauern würde und die finanzielle ­Belastung für zwei Badenia-Bausparverträge im Laufe der Jahre immer mehr steige, hätten sie von dem Vorsorgemodell ­Abstand genommen, urteilte das OLG. Die Beratungsfehler ihrer Vertriebspartner müsse sich die Allwo zurechnen lassen.

Erstmals sei es Klägern gelungen, das Vertriebsmodell beim Verkauf von Schrottimmobilien darzulegen, erklärte OLG-Richterin Angela Ziemert. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falls wurde die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

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