Allianz-Rechtsschutzversicherung Meldung

Zwischen normalen Aktiengeschäften und dem Zocken am Roulette macht die Allianz keinen Unterschied - zum Ärger der Versicherten.

Die Allianz lehnt Deckungszusagen für Anlegerklagen ab und beruft sich systematisch auf Klauseln in den Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen, die eine Ablehnung aber nicht rechtfertigen. Diesen Vorwurf erhebt Rechtsanwalt Dr. Jochen Weck von der Münchner Kanzlei Rössner. Der Anwalt hatte für einen Mandanten die Deckungszusage für eine Klage nach einem Aktienkauf erbeten. Die wurde aber unter anderem deshalb abgelehnt, weil das normale Aktiengeschäft der Ausschlussklausel „Spiel- oder Wettverträge sowie Termin- oder vergleichbare Spekulationsgeschäfte“ unterliege. „Falsch“, sagen viele Juristen und selbst der Ombudsmann für Versicherungen. Streit um Aktienkäufe fällt nicht unter die Ausschlussklausel – auch dann nicht, wenn es um solche des Neuen Marktes geht.

Auf telefonische Nachfrage, so Anwalt Weck, bekam er von einem AllianzMitarbeiter aber zu hören: „Anweisung von oben. Wir müssen die Deckung solcher Klagen immer aufgrund der Klausel verweigern.“ Erst nach Drohung mit einer Musterklage habe die Allianz Kostendeckung zugesagt.

Die Allianz bestreitet indes, Anlegerklagen planmäßig abzubügeln. Zuletzt war sie aber wie auch andere Versicherer ins Gerede gekommen, als sie Aktionärsklagen aufgrund einer anderen Ausschlussklausel („Handelsgeschäft“) ablehnte. Auch das hält der Ombudsmann für unsachgemäß. Damals sagte die Allianz Finanztest gegenüber zu, sich nicht mehr pauschal auf die Klausel berufen zu wollen.

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