Allianz Lebens­versicherung Meldung

Allianz-Kunden, die ihre Kapital­lebens- oder Renten­versicherung gekündigt haben, bekommen Geld zurück­gezahlt. Sie müssen es aber schriftlich einfordern. Ein Urteil des Ober­landes­gerichts Stutt­gart ist jetzt rechts­kräftig. Es hat Allianz-Klauseln in Verträgen aus den Jahren zwischen 2001 und 2007 für unzu­lässig erklärt. Damit stehen Kunden ein höherer Rück­kaufs­wert und die abge­zogenen Storno­kosten zu.

Allianz hat 117 Millionen Euro einge­plant

Viele Allianz-Kunden können sich über Nach­zahlungen freuen. Sie erhalten Geld zurück, wenn sie ihre Kapital­lebens- oder Renten­versicherung zwischen 2001 und Dezember 2007 abge­schlossen und sie vorzeitig gekündigt oder beitrags­frei gestellt haben. Mehr als 90 Prozent der betroffenen Verträge sind nach Angaben der Allianz beitrags­frei gestellt. „Wir gehen davon aus, dass wir für die Erhöhung der Leistungen unserer Kunden weniger als die bereits zurück­gestellten 117 Millionen Euro benötigen“, sagt Sprecher Udo Rössler gegen­über test.de.

Allianz gibt klein bei

Der größte Versicherer hatte sich bereits im August 2011 ein Urteil vom Ober­landes­gericht Stutt­gart einge­fangen, dass Allianz-Klauseln in Verträgen zwischen 2001 und 2007 für unzu­lässig erklärte, Unwirksame Klauseln: Allianz soll Kunden Milliarden zahlen. Die Richter lehnten damals einen Antrag der Allianz zur Revision ab. Dagegen legte der Konzern Beschwerde beim Bundes­gerichts­hof (BGH) ein. Dann zog die Allianz Anfang Dezember 2012 die Beschwerde zurück. Damit kam der Versicherer einem BGH-Urteil zuvor, das Anfang dieses Jahres gesprochen werden sollte.
Ober­landes­gericht Stutt­gart: Urteil vom 18. August 2011 – rechts­kräftig
Aktenzeichen: 2 U 138/10

Verbraucherschützer gewinnen auf ganzer Linie

Gegen die nach­teiligen Klauseln von insgesamt vier großen Lebens­versicherern hat die Verbraucherzentrale Hamburg höchst­richterliche Entscheidungen erwirkt. Jüngst erklärte der BGH die Klauseln in Lebens- und Renten­policen von Signal-Iduna für ungültig, test de berichtete Signal-Iduna-Kunden können Geld einfordern. Zuvor hatten die obersten Richter nach­einander Abschluss­kosten und Verrechnungen von Provisionen sowie den Storno­abzug der Versicherer Deutscher Ring, Ergo und Generali bean­standet. „Damit haben höchste Gerichte rund 50 Prozent der Branche die nach­teiligen Klauseln untersagt“, erklärt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg, die alle Urteile erstritten hat. Zwölf weitere Versicherer haben die Verbraucherschützer nun zu Unterlassungs­erklärungen aufgefordert, siehe unten.

Tipp: Fordern Sie Ihr Geld schriftlich ein. Auf der Seite der Verbraucherzentrale Hamburg, www.vzhh.de finden Sie unter dem Stich­wort „Nach­schlag“ einen Muster­brief.

Diese Fristen müssen Kunden beachten

Die Ansprüche aus gekündigten Versicherungs­verträgen verjähren drei Jahre nach Vertrags­ende. Die Verjährungs­frist beginnt am 1. Januar des auf die Vertrags­kündigung folgenden Jahres. Kunden, die im Jahr 2010 ihre Lebens­versicherung gekündigt haben, müssen also dieses Jahr ihrem Versicherer schreiben und Geld nach­fordern. Versicherte, die vor dem Jahr 2010 gekündigt hatten, behalten ihre Ansprüche, wenn sie ihren Versicherer inner­halb der Verjährungs­frist schriftlich zu Nach­zahlungen aufgefordert haben. Auch eine Beschwerde beim Versicherungs­ombuds­mann unterbricht die Verjährung.

Diese Versicherer müssen Nach­schlag zahlen

Kunden mit gekündigten Kapital­lebens- oder privaten Renten­versicherungen dieser Unternehmen sollten Ansprüche anmelden:

  • Allianz
  • Deutscher Ring
  • Ergo
  • Generali
  • Signal Iduna

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat diese Unternehmen wegen unzu­lässiger Klauseln in Kapital­lebens- oder Renten­versicherung zwischen 2001 und Dezember 2007 abge­mahnt:

  • Aachen+Münchener
  • Axa
  • BHW
  • DBV
  • HDI/Gerling (Aspecta)
  • Nürn­berger
  • R+V
  • Skandia
  • Stutt­garter Leben
  • VGH Provinzial
  • Victoria
  • Zurich

Tipp: Haben Sie Ihre Kapital­lebens- oder Renten­versicherung vor 2008 bei einem anderen Unternehmen abge­schlossen und vorzeitig gekündigt, das nicht in der Liste aufgeführt ist, sollten Sie dennoch Geld zurück­fordern. In der Regel beherzigen die Unternehmen die BGH-Entscheidungen, auch wenn ihre Klauseln kein Gericht bean­standet hat. Eine Check­liste finden Sie im Special Jetzt hartnäckig Nachschlag fordern.

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