Allfinanzvermittlung

Allfinanzvermittlung Meldung

Das Landgericht Hannover hat den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) in Hannover in zweiter Instanz zur Auszahlung der einbehaltenen Stornoreserve von rund 6.800 Mark an einen ehemaligen Handelsvertreter verurteilt (Az.10 S 1489/00 -83-, rechtskräftig).

Finanzvertriebe wie der AWD behalten Stornoreserven ein, um bei zu viel gezahlten Provisionen mit den Vermittlern nicht in Rückzahlungsverhandlungen treten zu müssen. Von zu viel gezahlten Provisionen gehen die Vertriebe aus, wenn ein vom Vertreter vermittelter Vertrag schon kurze Zeit nach dem Abschluss wieder gekündigt wird.

Im vorliegenden Fall behielt der Finanzdienstleister die Stornoreserve nach dem Ausscheiden der Führungskraft zu Unrecht ein. Denn laut Vertrag zwischen AWD und dem Handelsvertreter hätte der AWD eine Stornoversicherung für den Mitarbeiter abschließen müssen, um ihn vor etwaigen Rückzahlungsforderungen zu schützen. Das tat der AWD jedoch nicht, obwohl er dem Mitarbeiter monatlich die für die Versicherung zu zahlenden Beiträge von seinen Provisionen abzog.

Stattdessen schloss der Finanzdienstleister eine auf seinen eigenen Namen lautende Stornoversicherung ab, die einspringt, wenn er zu viel gezahlte Provisionsvorschüsse vom Vertreter nicht mehr zurück erhält. Dieses Verhalten wertete das Amtsgericht Hannover als vertragswidrig und als Pflichtverletzung. Der Vermittler habe deshalb Schadenersatzansprüche (Az. 528 C 78/99). Die Richter am Landgericht Hannover bestätigten jetzt das Urteil, das von der Kanzlei Ostermann, Uhlmann-Burdessa und Barein aus Gelsenkirchen erstritten wurde.

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