Allergien Meldung

Jeder dritte Erwachsene leidet an Allergien: Heuschnupfen, Asthma, Nesselsucht, Kontaktekzem oder Neurodermitis haben sich in den letzten Jahrzehnten immer stärker verbreitet. Neunzig Prozent der Betroffenen ergeben sich ihrem Schicksal, ohne sich beim Arzt korrekt behandeln zu lassen. Dabei gibts sehr gute Therapien. test.de sagt, wo Allergien lauern, was Betroffene tun können, wie sie ihre Beschwerden lindern können und welche Therapie sinnvoll ist.

Falscher Alarm des Immunsystems

Der Körper erkrankt an einer Allergie, wenn das Immunsystem auf bestimmte Stoffe aus der Umwelt falsch reagiert. Diese Reaktion nennen Mediziner „überschießend“: Die körpereigene Abwehr geht gegen Stoffe vor, die keine Bedrohung für die Gesundheit darstellen. Normalerweise sollte der Körper nur Krankheitskeime bekämpfen.

Von Pollen bis Tierhaare

Allergisches Asthma und allergischer Schnupfen wie etwa Heuschnupfen sind die häufigsten Atemwegsallergien. Pollen von Gräsern und frühblühende Bäume, Sträucher wie Birke, Erle oder Hasel, Hausstaubmilben oder Tierhaare können die Ursache dafür sein. Wenn Betroffene ihren Heuschnupfen nicht behandeln lassen, können sich die allergischen Reaktionen verstärken, neue Auslöser hinzukommen oder ein „Etagenwechsel“ im Körper stattfinden. So bekommt zum Beispiel jeder dritte Heuschnupfen-Patient auch allergisches Asthma.

Von Nüssen bis Pfefferminze

Viele leiden dazu noch an Lebensmittelallergien. Grund: Die Eiweiße in Lebensmitteln ähneln häufig denen der Pollen. Der Körper reagiert somit auf gleiche Weise. Das kann häufig der Fall sein: bei Nüssen, Pfirsichen, Pflaumen, Kirschen, Birnen, Kartoffeln, Sellerie, Karotten, Paprika, Tomaten, Erdnüsse oder Pfefferminze. Wer eine Lebensmittelallergie hat, muss nicht unbedingt auf allergieauslösende Nahrung verzichten. Häufig reicht bei Obst und Gemüse schon aus, es zu schälen, zu zerkleinern, zu säuern oder zu erhitzen.

Von Schnupfen bis Migräne

Entscheidend bei jeder Allergie: Eine rechtzeitige und richtige Diagnose. Dann können Betroffene ihre Allergie vernünftig behandeln. Die allergischen Reaktionen sind vielseitig: Schnupfen, Bindehautentzündung, Niesreiz, Schleimhautschwellungen, Asthma, Quaddeln, Ekzeme, Übelkeit, Durchfall oder Migräne. Sie treten zudem unterschiedlich stark auf. Keine leichte Aufgabe für den Arzt. Die dafür verantwortlichen Stoffe - mehrere tausend sind bekannt - diagnostiziert er in mehreren Schritten: Er befragt die Patienten nach deren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Daraufhin stellt er eine Verdachtsdiagnose. Die versucht er mit Haut- und Bluttests zu belegen, bis er die Allergieauslöser gefunden hat.

Jahrelange Therapie

Generell gilt: Gängige Arzneimittel können Allergien nicht beseitigen. Sie können aber Beschwerden deutlich lindern. Es gibt eine einzige Therapie, welche die Ursachen von Allergien bekämpft: die spezifische Immuntherapie (SIT) - auch Hyposensibilisierung genannt. Verlauf: Wöchentlich, später monatlich spritzt der Arzt das Allergen in steigender Dosis unter die Haut. Die Behandlung dauert mehrere Jahre. Sie wirkt viele Jahre. Alternativ können Patienten auch Präparate einnehmen. Ziel: Die Therapie gewöhnt den Patienten an die allergieauslösenden Stoffe und macht ihn damit unempfindlich.

Tipps: Frühe Vorbeugung und täglicher Schutz
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