Tipps zum Vorbeugen

Allergien sind meist nicht heil­bar. Daher ist Vorbeugen besonders wichtig. Das Krank­heits­risiko steigt, wenn Eltern­teile oder Geschwister bereits an einer Allergie leidet. Doch erbliche Faktoren sind nicht allein verantwort­lich für den Ausbruch einer Allergie. Eltern können viel dafür tun, dass ihre Kinder keine Symptome entwickeln. Aber auch Erwachsene können durch eine gesunde Lebens­führung vermeiden, dass bei ihnen eine allergische Reaktion auftritt.

Maßnahmen bei Säuglingen und Klein­kindern

Während der Schwangerschaft ist es nicht notwendig, auf bestimmte Lebens­mittel zu verzichten. Einzig das Rauchen sollten werdende Mütter konsequent einstellen. Studien belegen, dass Kinder häufiger an Allergien erkranken, wenn Mütter in der Schwangerschaft rauchen oder häufig Passivrauch ausgesetzt waren. Um das Risiko von erblich bedingte Allergien wie Heuschnupfen und Asthma zu senken, sollten Mütter ihre Kinder in den ersten Lebens­monaten stillen. Wer nicht oder nur teil­weise stillen kann, sollte auf hypoal­lergene Säuglings­nahrung zurück­greifen. In den ersten zwei Lebens­jahren ist es besser, auf hoch­allergene Lebens­mittel zu verzichten. Erst danach sollten Eltern ihren Kindern schritt­weise auch Fisch, Eier, Nüsse und Soja­produkte anbieten und beob­achten, ob sie diese vertragen. Zu besonders allergiearmen Lebens­mitteln, die Kinder häufig essen können, zählen Kartoffeln, Spinat, Karotten, Brokkoli, Blumenkohl und Gurken.

Ein allergiearmes Zuhause

All­ergene stecken nicht nur in Lebens­mitteln. Auch in der Wohnung können sich allergie­fördernde Substanzen befinden. Darüber hinaus spielt auch die Lebens­weise eine wichtige Rolle, um allergische Krankheiten zu vermeiden oder aber wenigs­tens die Symptome gering zu halten.

  • Haut­pflege. Verwenden Sie für Babys nur warmes Leitungs­wasser zum Waschen. Für die Haut­pflege sollten Sie Produkte verwenden, die keine Zusatz­stoffe wie Konservierungs­mittel oder Parfüm enthalten. Ähnliche Pfle­gepro­dukte können Sie auch selbst benutzen: Je weniger Stoffe ein Produkt enthält, desto besser. Wer bereits Ekzeme hat, sollte auf Produkte zurück­greifen, die der Haut­arzt verordnet.
  • Hausstaubmilben. Die kleinen Tierchen gehören zu den häufigsten Allergie­auslösern. Sie halten sich besonders zahlreich in Bett­wäsche und Matratzen auf. Grund: Menschen verlieren dort besonders viele Hautschuppen, die den Milben als Nahrung dienen. Sorgen Sie also dafür, dass die Tierchen nicht viel Nahrung finden: Spezielle Matratzenbezüge lassen Milben nicht durch. Waschen Sie Oberbetten bei mindestens 60 Grad. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie auch hier Milbenbezüge verwenden. Ebenso sollten Sie die Betten jeden Tag aufschütteln und die Bezüge nach einer Woche wechseln. Kurz­haarige Teppiche oder Holz­böden sind besser als besonders flauschige Teppiche.
  • Schimmelpilze. Lüften Sie mehr­mals täglich (am besten Stoß­lüften, immer fünf Minuten). Die Wohn­räume sollten nicht zu sehr auskühlen: Je kühler das Zimmer, desto größer ist die Schimmelgefahr. Luft­befeuchter sind fast immer über­flüssig. Da kaum noch Wasser durch die luft­dichten Fenster und Türen entweichen kann, sind die Wohnungen tendenziell zu feucht als zu trocken. Reagiert ein Mitglied Ihrer Familie allergisch auf Schimmelpilze, sollten Sie auf Grün­pflanzen in der Wohnung verzichten. Auch Garten­arbeit ist für Schimmel­allergiker nicht geeignet. Schimmelflecken in der Wohnung müssen Sie sofort behandeln - notfalls muss die Wohnung saniert werden oder Sie müssen umziehen.
  • Rauchen. Sie sollten in Wohn­räumen möglichst gar nicht rauchen. Das gilt insbesondere, wenn Kinder da sind.
  • Haustiere. Katzen, Meer­schweinchen und Co. können Allergien auslösen - sie müssen es aber nicht. Ob gerade Kinder eine Allergie entwickeln, lässt sich schwer voraus­sagen. Hunde sensibilisieren deutlich seltener als Katzen, Meer­schweinchen, Hamster oder Kanin­chen. Hat ein Mitglied Ihrer Familie bereits eine allergische Erkrankung (vor allem Asthma) sollten Sie auf Haustiere verzichten.
  • Nicht steril. Zu viel Sauber­keit stiftet offen­bar mehr Schaden als Nutzen: Kinder, die in extrem sauberen Haushalten aufwachsen, haben mehreren Studien zufolge, ein erhöhtes Risiko an einer erblich bedingten Allergie zu erkranken. Das Immun­system braucht etwas Training im Umgang mit Viren und Keimen. Lassen Sie Ihr Kind daher ruhig auf dem Boden und im Matsch spielen. Zudem sollten Sie beim Hausputz auf aggressive Putz- und Desinfektions­mittel (etwa mit Triclosan) verzichten. Auch diese können allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Antibiotika. Studien zeigen, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebens­monaten mit Antibiotika behandelt werden, bis zu ihrem siebten Lebens­jahr häufiger an Allergien erkranken. Deshalb sollten diese Medikamente bei Klein­kindern nur in begründeten Fällen einge­setzt werden.
  • Impfungen. Im Gegen­satz zu früher gehen Kinder­ärzte und Allergologen nicht mehr davon aus, dass Impfungen das Allergierisiko bei Kindern erhöhen. Im Gegen­teil: Ärzte raten mitt­lerweile gerade allergiegefähr­dete Kinder impfen zu lassen. Das gilt für Impf­schutz gegen Diph­therie, Keuchhusten, Kinder­lähmung, Masern, Röteln, Mumps und Tetanus.

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