Alkoholfreies Weizenbier: Durstlöscher mit wenig Kalorien

Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Eine Sorte aber ist zunehmend angesagt: Alkoholfreies. Vor allem der Markt für Hefeweizen ohne Alkohol wächst. Kein Wunder, es ist ein perfekter Durst­löscher: mit wenig Kalorien und vielen Mineralstoffen. Von 20 Weizenbieren im Test ist mehr als die Hälfte „gut“.

Nicht so voll­mundig wie Weizenbier mit Alkohol

Einge­fleischte Biertrinker haben es schon immer gewusst: Bier ohne die entsprechenden Prozente schmeckt einfach anders. Nun haben sie die Bestätigung. Die Stiftung Warentest hat beim Test von 20 alkoholfreien Weizenbieren exemplarisch 6 Marken direkt im Vergleich verkostet: Das Alkoholfreie war jeweils wäss­riger, weniger bitter und hopfig. Es schmeckte schwächer nach typischen Aromanoten wie Gewürznelke oder Banane. Der Nachgeschmack war nicht so intensiv. Der Grund: Alkoholfreies Weizen hat weniger Aroma­stoffe – egal, wie die Brauer es herstellen. Stoppen sie die Gärung, bevor Alkohol entsteht, bilden sich nur geringe Mengen. Oder sie gehen beim nach­träglichen Entalkoholisieren verloren. Außerdem fehlt der Alkohol als Geschmacks­träger.

Justus riecht nach gekochtem Gemüse

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Für die Gesamt­bewertung aller 20 alkoholfreien Weizenbiere im Test war die geschmack­liche Nähe zum alkoholhaltigen Pendant aber nicht ausschlag­gebend. Ausnahme: Wenn die Anbieter mehr oder weniger explizit damit werben – wie etwa Paulaner: „Voll­mundig wie das Original“ verspricht hier das Etikett. Zu unrecht. Das gab Abzüge im Punkt Deklaration. Für ein alkoholfreies Weizenbier riecht und schmeckt Paulaner aber „gut“ – wie auch 16 andere Biere im Test. Es gibt Unterschiede – sie sind mal mehr, mal weniger süßlich, säuerlich und malzig. Und sie variieren in den Aromanoten Gewürznelke, Wald­honig und Banane. Selt­sames nahmen die Prüfer bei Justus wahr: Es roch schwach nach gekochtem Gemüse.

Graf Arco und Schön­buch sind „mangelhaft“

Zwei Biere, Graf Arco und Schön­buch, sind „mangelhaft“. Sie enthielten Milchsäurebakterien. Die Brauer können mit ihnen zwar die Würze säuern. Im fertigen Bier haben sie aber nichts zu suchen, denn sie können das Bier verderben: Sie wandeln den Zucker aus dem Braumalz nicht wie Hefe in Alkohol um, sondern in Milchsäure. Und das ist zu schme­cken.

So wenig Kalorien wie Apfelschorle

Figurbewusst, sport­lich und eher weiblich: So stellen sich die Brauereien die Zielgruppe für alkoholfreies Weizen vor. „Kalorienreduziert“ steht auf vielen Flaschen, der Test bestätigt: Wer statt zu normalem Weizenbier zum alkoholfreien greift, spart rund 40 Prozent Kalorien. Auf durch­schnitt­lich 23 Kilokalorien pro 100 Milliliter kommen die Biere im Test – das entspricht dem Wert von Apfelschorle. Günstig ist auch die Zusammenset­zung der Mineralstoffe: viel Kalium und Magnesium, etwas Kalzium, aber wenig Natrium. Folat – in seiner synthetischen Form als Folsäure bekannt – ist auch enthalten: Etwa 30 Prozent des täglichen Bedarfs deckt eine Flasche ab. Fazit: Fast alle Weizenbiere im Test sind im Alltag „gute“ Durst­löscher.

Beim Ausdauer­sport nicht optimal

Bei langen Läufen und anderen zehrenden Aktivitäten sind sie dagegen nicht optimal. Die meisten sind zwar isoto­nisch – das heißt, im Bier ist die Konzentration gelöster Stoffe so hoch wie im Blut. Das beim Schwitzen verlorene Wasser können die Biere deshalb schnell im Darm ersetzen. Doch alle haben zu wenig Natrium und zu viel Kalium. Natrium ist wichtig, um die Wasser­aufnahme anzu­regen. Kalium aber setzen die Muskel­zellen bei Anstrengung selbst frei. Steckt zu viel davon im Sport­lergetränk, kann die Leistungs­fähig­keit sinken.

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