Aldi steigt ins Mobilfunkgeschäft ein Meldung

Der Boom ständig neuer Mobilfunkanbieter reißt nicht ab. In dieser Woche bringt der Lebensmitteldiscounter Aldi seinen seit langem angekündigten eigenen Prepaid-Tarif sowie dazu passende Handys in die Filialen. „Wer günstig spricht, spricht Aldi“ verheißt das Unternehmen. Doch wer genau hinschaut, findet noch preiswertere Tarife. test.de vergleicht das Aldi-Angebot mit den anderen Billig-Tarifen der letzten Monate und testet die Handys.

[Update: 22.12.2005] Aldi stellt ab sofort den Verkauf des Starter-Sets ein. Bestandskunden telefonieren weiterhin zu den bisherigen Konditionen und erhalten Guthabenkarten zum Aufladen in den Aldi-Filialen. Neukunden können diesen Tarif jedoch nicht mehr nutzen. Somit bleibt der Kreis von Aldi Talk-Kunden, die günstig unter einander telefonieren, klein.

Günstiger Einheitspreis

Der Einheitspreis von 15 Cent pro Minute in alle Netze zu jeder Zeit ist günstig. Kundenfreundlich ist auch die Taktung: Ab der zweiten Gesprächsminute rechnet Aldi Talk im Sekundentakt ab. Auch der Preis für Gespräche und Kurzmitteilungen zwischen Aldi Talk-Kunden ist mit 5 Cent pro Minute recht niedrig. Allerdings ist die Gruppe der Aldi Talk-Kunden am Anfang noch klein und somit die Chance auf ein solches Gespräch begrenzt. Für Partner, Familien oder Freunde ist dies allerdings eine günstige Option, wenn alle eine Aldi Talk-Karte haben und viel miteinander telefonieren. Der SMS-Preis ist mit 15 Cent je Kurzmitteilung vergleichsweise teuer. Bei anderen Prepaid-Anbietern gibt es die SMS schon ab 11 Cent. Für Teenager mit hohem SMS-Verbrauch ist das ein entscheidendes Kriterium. Unterm Strich ordnet sich Aldi Talk mit diesen Preisen nur im Mittelfeld der neuen Billig-Prepaid-Tarife ein.

Filiale statt Internet

Unabhängig vom Preis hat Aldi Talk einen großen Vorteil gegenüber anderen internetbasierten Handytarifen: Das Starter-Set für 19,99 Euro inklusive 10 Euro Guthaben gibt es in allen Aldi-Filialen. Auch die Aufladung der Guthabenkarte ist dort möglich. Somit ist niemand auf das Internet angewiesen, um zu telefonieren. Weiterer Vorteil für Wenigtelefonierer: Das Startguthaben ist ein Jahr lang gültig. Bei dem Aufladebetrag von 30 Euro bleibt das Guthaben sogar zwei Jahre gültig. Die Sim-Karten liegen ab Mittwoch, 7. Dezember, in den Filialen von Aldi Nord sowie einen Tag später auch bei Aldi Süd aus.

Handys im Test

Subventionierte Handys gibt Aldi zwar nicht zum neuen Tarif dazu. Doch bietet das Unternehmen zeitgleich mit dem Tarifstart zwei preiswerte Handys an: bei Aldi Nord die beiden Medion-Modelle MD 97 100 für 59,99 Euro sowie MD 97 200 für 95,99 Euro. Bei Aldi Süd ebenfalls das Medion MD 97 100 für 59,99 Euro und das Nokia 6030 für 95,99 Euro. Stiftung Warentest kauft die Medion-Geräte am Mittwoch ein und unterzieht sie einem Schnelltest. Das Nokia 6030 wurde gerade im aktuellen Handytest untersucht. Die Ergebnisse veröffentlicht die Stiftung Warentest am 17. Dezember, dem Erscheinungstermin von test 01/2006. Doch so viel lässt sich schon jetzt sagen: Es ist ein ordentliches Basishandy mit überdurchschnittlich guten Akkuwerten.

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