Aldi-PC Schnelltest

Für 499 Euro schickt am Mittwoch Aldi-Nord den Spar-PC ins Rennen, der bei Aldi-Süd bereits vor zwei Wochen zu haben war und sich im Schnelltest-Labor ganz ordentlich schlug. Statt Pentium- gibts nur einen Celeron-Prozessor, einfachere Software, weniger Haupt- und Festplattenspeicher und vor allem einen wenig leistungsfähigen Grafikprozessor. Als Luxusextra ist immerhin noch DVB-T- und herkömmlicher Fernsehempfang mit an Bord. Mehr Computer brauchen eigentlich nur Spieler. Voraussetzung: Alles funktioniert. Der Schnelltest klärt, ob der Spar-PC von Aldi tatsächlich preiswert oder nur billig ist.

Bescheidenheit bei Preis und Leistung

Klar: Der letzte Stand der Technik ist das nicht. Aktuelle Top-PCs haben viel mehr Leistung, Speicher und meist auch Ausstattung. Dafür kosten sie oft weit mehr als 1 000 Euro. Wer einen Rechner fürs Surfen, Briefe schreiben und DVD-Gucken möchte, braucht jedoch nur einen Bruchteil der Leistung. Da setzt das aktuelle Aldi-Angebot an. Für Büroarbeit und Internet reicht die Leistung locker. Auch DVD- und Fernsehgucken klappt einwandfrei. Selbst Videoschnitt und Bildbearbeitung sind grundsätzlich kein Problem. Bei sehr großen Datenmengen sind allerdings Wartezeiten einzuplanen. Ziemlich wenig tut sich bei aktuellen 3D-Computerspielen. Der fest auf der Hauptplatine verlötete Grafikprozessor berechnet bei den neuesten Spielen zu wenig Bilder pro Sekunde. Flüssiges Spiel ist so nicht möglich. Ältere Spiele laufen zumindest mit reduzierter Auflösung noch ganz anständig. Immerhin: Die Nachrüstung ist möglich. Ein AGP-Slot bietet Platz für eine leistungsfähige Grafikkarte.

Ausstattung mit Lücken

Kaum Einbußen gegenüber den teuren Aldi-PCs gibts bei der Software. Einziger spürbarer Unterschied: Original-Microsoft Büro-Programme gibts nicht. Stattdessen ist StarOffice an Bord und davon nur die ältere Version 7 statt der aktuellen 8. Schlimm ist das nicht. StarOffice 7 kann alles, was wichtig ist. Auch sonst sind überraschend wenig Abstriche bei Ausstattung und Komfort nötig: Zur Überraschung der Testingenieure kam der bei Aldi-Süd eingekaufte Spar-PC für Testlabor mit Funktastatur und -maus daher. In der Werbung stand davon nichts. Auch Aldi-Nord verspricht nichts in der Art. Dort werden die PCs nach Angaben von Aldi tatsächlich mit herkömmlichen USB-Tastaturen und -Mäusen ausgestattet sein. Auch eine Funkverbindung zu drahtlosen Netzwerken ist nicht drin. Für den Monitor gibts nur einen Analoganschluss; DVI fehlt. Auch Surroundsound geht zwar, aber nur über analogen Anschluss von sechs Lautsprechern. Ein Digitalausgang für den Anschluss an einen modernen Surroundreceiver fehlt.

Reichlich Rauschen

So weit also alles in Ordnung: Die Leistung ist zwar bescheiden, aber der Preis ja auch. Doch schon beim ersten Einschalten sammelt der Rechner Minuspunkte. Die Ventilatoren rauschen ziemlich lautstark los. Zum Glück verstummen sie ziemlich bald wieder. So lange der Rechner beim Arbeiten nicht weiter gefordert wird, geht er recht dezent zu Werke. Wenn volle Leistung gefragt ist, wird er allerdings unangenehm laut. Auch der Stromverbrauch ist hoch. Trotz der bescheidenen Rechenleistung sind bis zu 145 Watt nötig, um die Schaltkreise mit Strom zu versorgen. Selbst im Stand-by und abgeschaltet verheizt der Rechner noch deutlich mehr als 3 Watt. Das ist unnötig viel. Die in diesem Punkt besten PCs aus dem aktuellen Vergleichstest kommen im Stand-by und abgeschaltet mit 1 Watt aus.

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