Aldi-PC Schnelltest

Völlig außer der Reihe tritt Aldi in dieser Woche bundesweit mit einem frischen PC an. Bislang brachte der Discounter zwei Computer im Jahr: einen im Frühjahr und einen im Spätherbst. Auch sonst ist das Angebot ungewöhnlich: Aldi lässt seinen Haus- und Hoflieferanten Medion sonst alles einbauen, was gut und schnell rechnet. Dafür kosteten die letzten Aldi-PC jeweils fast 1 200 Euro. Diesmal sind nur 799 Euro fällig. Dafür gibts statt Top-Leistung nur einen Sparprozessor Marke Celeron. Außerdem strich Aldi die Möglichkeit zum Fernsehempfang, das spezielle Multi-Media-Windows, sowie Fernbedienung, Funkmaus und -tastatur. Ob die Sparvariante des Aldi-PCs ein gelungener Kompromiss ist, klärt der Schnelltest.

Auch Spiele möglich

799 Euro sind immer noch viel Geld. Es geht noch billiger. Bei Lidl gabs in dieser Woche einen PC für 499 Euro. Schnelltest-Ergebnis für ihn: Aktuelle Spiele laufen schlecht bis gar nicht und aufwändige Anwendungen wie Videoschnitt nur mit Einschränkungen. Aber: CDs kopieren, DVDs gucken, Tippen und Surfen klappen einwandfrei. Der Aldi-PC kann deutlich mehr. Eingebaut ist die neueste und schnellste Variante des Intel Celeron. Der Sparprozessor hat gegenüber älteren Celerons dank vergrößertem Zwischenspeicher und verbesserter Anbindung an den Arbeitsspeicher deutlich zugelegt. Selbst bei aufwändigen 3D-Spielen schlägt sich der Aldi-PC ordentlich und bleibt zwar hinter der Top-Leistung des Modells von November 2003 zurück, liegt aber im Vergleich zu anderen Rechnern gut im Rennen.

Einbußen bei der Ausstattung

An Leistung fehlts beim neuen Aldi-PC also überhaupt nicht. Den knapp 500 Euro Preisvorteil gegenüber dem November-Angebot stehen allerdings Einbußen bei der Ausstattung gegenüber: Fernsehen per PC ist nicht mehr drin, Tastatur und Maus hängen am Kabel statt wie früher komfortabel zu funken und auch Chips, Sender und Empfänger für drahtlose Netzwerke fehlen diesmal.

Flachbildschirm ohne optimalen Anschluss

Wiederum eine Schwäche des Aldi-PCs: Es fehlt ein DVI-Anschluss für Flachbildschirme. Diese lassen sich auch über eine der beiden herkömmlichen VGA-Schnittstellen anschließen. Optimale Bildqualität ist damit aber nicht zu haben. Vor allem 17 oder 19 Zoll große Flachbildschirme produzieren bei Anschluss an die VGA-Buchse sichtbar schlechtere Bilder, als mit DVI möglich wären.

Lautstarke Lüftung

Beim Stromverbrauch langt der jüngste Aldi-PC kräftig zu. Schon im Normalbetrieb saugt er rund 110 Watt aus der Steckdose. Bei Vollast braucht er sogar 170 Watt. Zum Vergleich: Der Aldi-PC von November 2003 kam trotz überlegener Leistung mit weniger als 100 Watt aus. Wo so viel Strom verheizt wird, muss auch kräftig gekühlt werden. Unangenehme Folge: Der Aldi-PC ist stets deutlich hörbar. Schon im Normalbetrieb nervt das Rauschen der Ventilatoren. Und bei hoher Belastung nimmt der Lärm noch deutlich zu.

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