Aldi-PC Schnelltest

Mit einer ellenlangen Ausstattungsliste kommt der aktuelle Aldi-PC daher. Für 999 Euro ist so ziemlich jedes gängige Zubehör von der Funktastatur bis zur DVB-T-Fernsehkarte drin. Als „Wireless Entertainment Center“ bezeichnet Aldi-Lieferant Medion den Rechner. Er hat erstmals sogar einen Scart-Anschluss für die problemlose Verbindung zum Fernsehgerät. Im Schnelltest muss die Multimediamaschine zeigen, ob sie tatsächlich nicht nur rasant rechnet, sondern auch scharfe Bilder liefert und große Töne spuckt.

Tempo ohne Ende

Das rasante Rechnen erledigt der neue Aldi-PC besonders eindrucksvoll. Da sind selbst abendfüllende Videos flott geschnitten und auch die CD-Sammlung in überschaubarer Zeit ins MP3-Format konvertiert. Auch Spiele-Freaks kommen auf ihre Kosten: Die Grafikkarte berechnet selbst bei den modernsten 3D-Spielen und hoher Auflösung so viele Bilder pro Sekunde, dass sämtliche Abenteuer flüssig und ohne Stocken über den Schirm laufen. Da kann keiner der PCs aus dem Vergleichstest in test 10/2004 mehr mithalten.

Anschluss für Flachbildschirme

Neu beim aktuellen Aldi-PC gegenüber seinen Vorgängern: ein DVI-Anschluss für optimale Bildqualität bei Flachbildschirmen. Voraussetzung: Der Flachbildschirm hat einen DVI-Eingang. Bei den meisten Billigangeboten fehlt ein solcher. Der pünktlich zum Verkauf des PCs bei Aldi angebotene 19 Zoll-Monitor hat ihn. Ob und wie gut er funktioniert, hatte er genau wie der PC im Schnelltest zu zeigen.

Dünne Bedienungsanleitung

Nicht so schön: Die Bedienungsanleitung ist dünn. Wer ohne einschlägige Vorkenntnisse eine WLAN-Verbindung zu einem drahtlosen Netzwerk aufbauen will, hat ohne zusätzliche Hilfsmittel kaum eine Chance. Schon deutlich besser: die Ausstattung mit Fernbedienung, Funkmaus und -tastatur machen Umgang mit dem Aldi-PC angenehm.

Reichlich Rauschen

Weniger angenehm die Geräuschkulisse bei der Arbeit am Aldi-PC: Selbst bei nur bescheidener Leistungsanforderung rauscht der Lüfter deutlich hörbar. Bei voller Leistung bei Videoschnitt oder 3D-Spielen wird der Lüfter noch lauter und nervt auf die Dauer ziemlich.

Abschalten spart keinen Strom

Auch der Stromverbrauch ist gewaltig: Bei Anforderung von voller Leistung saugt der Rechner weiter über 200 Watt aus der Steckdose. Selbst ohne jede Aktivität braucht der PC 145 Watt. Im Stand-by-Modus fließen noch rund 3,5 Watt. Gar keine Ersparnis bringt ärgerlicherweise das vollständige Herunterfahren. Der Rechner genehmigt sich da sogar noch einige zehntel Watt mehr als im Windows XP-Stand-by. Klare Sache: Das Energiemanagement im Aldi-PC ist nicht korrekt optimiert. Bei Ausnutzung aller Möglichkeiten müsste der Stromverbrauch beim Abschalten gegenüber dem Stand-by noch einmal deutlich sinken. Das Beispiel anderer PCs zeigt: Ein Watt kann reichen. Immerhin: Per Netzschalter lässt sich der Verbrauch auf Null setzen. Aber: Der Netzschalter ist an der PC-Rückseite schlecht zu erreichen.

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