Aldi-Notebook Schnelltest

Die Ausstattungs-Liste liest sich wie bei einem veritablen Multimedia-PC: Drei-Gigahertz-Prozessor, Fernsehempfang und DVD-Brenner verheißen Vielseitigkeit und Leistung satt. Heute bei Aldi-Nord und morgen bei Aldi-Süd gibts das alles in einem Notebook. Der Aldi-Flachmann ist als bloßes Arbeitstier für unterwegs zu schade. Er bietet sich als Ersatz für plumpe und unflexible Heim-PCs an. Das kostet allerdings: Stolze 1 479 Euro kassiert Aldi. Bei Aldi-Süd sinds 20 Euro weniger. Der Schnelltest zeigt, wie viel Leistung es dafür gibt.

Wenig Gewicht

Erste Pluspunkte sammelt das neue Aldi-Notebook schon beim Auspacken: Es ist trotz der Turbotechnik etwas dünner und spürbar leichter als das weit weniger leistungsfähige Notebook, das im Januar bei Aldi zu haben war. Das Zubehör ist eindrucksvoll. Im Karton findet sich außer reichlich Kabeln, diverser CD-Roms sogar noch eine Extra-Maus und einen USB-Stick. Nicht so schön: Die sonst übliche und gerade für Anfänger hilfreiche Kurzanleitung fehlt.

Viel Leistung

Nix zu meckern gibts bei der Leistung. Selbst die aktuelle Computerspiele-Generation läuft flüssig über den Schirm. Mit den besten Multimedia-PCs kann das Notebook allerdings nicht mithalten. Das Maß der Dinge ist der letzte Aldi-PC. Obwohl hier wie dort ein fast identisch leistungsfähiger Prozessor werkelt, ist der PC deutlich schneller als das Notebook. Hauptgrund: Der Extra-Prozessor für die Berechnung der 3D-Bilder im PC rechnet wesentlich schneller als sein auf Strom sparen getrimmter Kollege im Notebook.

Anständige Ausdauer

Trotz des stromhungrigen Drei-Gigahertz Prozessors hält das Notebook mit frisch geladenen Akkus rund 145 Minuten DVD-Abspielen durch. Klar: Besonders stromsparende Notebooks mit Centrino-Technologie schaffen mehr als das Doppelte. Aber für einen als PC-Ersatz konzipierten Flachmann sind die 145 Minuten ordentlich. Nicht so schön: Ohne Änderung der Einstellungen stellt das Notebook seinen Dienst ziemlich plötzlich ein. Es droht Datenverlust. Zumindest zum Bearbeiten wichtiger Daten sollte die Vorwarnzeit in der Systemsteuerung, Untermenü Energieverwaltung verlängert werden.

Geringer Stromverbrauch

Grund für die Ausdauer: Das neueste Aldi-Notebook geht sehr genügsam mit Strom um. Selbst bei hoher Belastung zieht das Netzteil nur 45 Watt aus der Steckdose. Im Windows XP-Standby sinkt der Verbrauch auf Werte um ein Watt. Wenig Stromverbrauch bedeutet auch: wenig Wärme und wenig Lärm. Bei hoher Belastung pfeift der Lüfter zur Kühlung zwar deutlich vernehmbar, aber durchaus erträglich. Beim DVD gucken stört das Lüftergeräusch kaum.

Donnern und Krachen nur mit Extra-Lautsprechern

Erfreuliche Ergebnisse meldet auch das TV- und Hifi-Labor. An der Tonqualität gibts nichts auszusetzen. Damits richtig donnert und kracht, müssen allerdings entweder Aktivlautsprecher mit eigenem Verstärker oder ein Surroundreceiver mit passenden Boxen angeschlossen werden. Bei Anschluss eines geeigneten Receivers über den digitalen SPDIF-Ausgang funktionieren Dolby Digital und dts. Mit herkömmlichen Lautsprechern funktioniert nur Dolby Digital-kodierter Surroundsound.

Fernsehen mit kleinen Einschränkungen

Für den Hausgebrauch ist das Aldi-Notebook auch als Fernseher völlig ausreichend. So funktionierts: Das DVD-Laufwerk wird entfernt, das Fernsehmodul eingeschoben und los gehts. Das Bild wirkt einigermaßen scharf, leidet aber unter leichtem Farbrauschen. Will sagen: Eigentlich einfarbige Flächen setzen sich bei genauem Hinsehen aus Bildpunkten unterschiedlicher Farbe zusammen. Beim Fernsehen mit dem eingebauten 15 Zoll Monitor ist das Bild auch bei Einstellung der maximalen Helligkeit etwas zu dunkel. Kein perfektes Bild auch beim Abspielen von DVDs: Die Test-Sequenzen aus „Der englische Patient“ sahen beim Abspielen mit DVD-Player deutlich besser aus als über das Aldi-Notebook. Als Videorekorder schlägt sich das Notebook anständig. Wirklich gut ist das Bild allerdings nur bei der Aufnahmequalität „DVD bestens“. Nachteil: Pro Sekunde Aufnahme wird gut ein Megabyte Daten auf die Festplatte geschrieben. Schon eine Stunde Spielfilm machen vier Gigabyte aus, und mehr lässt sich nicht auf eine DVD brennen.

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