Aldi-Notebook Schnelltest

Offenbar kamen die letzten Aldi-Notebooks gut an. Jedenfalls schickt der Discounter nach den Angeboten von Oktober und Dezember erneut Luxus-Flachrechner für 1 300 Euro ins Rennen. Verbesserungen bei der Technik: Es gibt noch etwas mehr Festplattenkapazität, einen schnelleren Grafikchip und ein zusätzliches Headset. Gegenüber dem Oktober-Angebot ist auch der Bildschirm von 1 024 mal 768 bei 15 Zoll auf 1 280 mal 800 Punkte bei 15,4 Zoll gewachsen. Und: Bei einer ganzen Reihe von Details hat Aldi-Lieferant Medion nachgelegt. Im Schnelltest: die jüngste Auflage des Aldi-Notebooks.

Frühaufsteher im Vorteil

Kaum zu glauben: Die Nachfrage war erneut gewaltig. Der test-Einkäufer ergatterte unmittelbar nach Ladenöffnung das letzte von soweit erkennbar sechs Notebooks. Turbulent gings in einer Berliner Filiale zu. Dort waren ebenfalls sämtliche Notebooks schnell verkauft und das letzte Exemplar lautstark umstritten. Entspannter der Bericht aus einer dritten Filiale: Dort gabs auch um viertel nach acht noch ein paar Geräte, nachdem bereits etwa ein Dutzend Frühaufsteher stolze 1 299 Euro in bar gegen ein Notebook eingetauscht hatten.

Viel zu viel Leistung

Rational erklärbar ist das große Interesse nicht. Allenfalls Hardcore-Fans der neuesten Computerspiele-Generation und Video-Freaks brauchen so viel Leistung, wie im Aldi-Notebook steckt. Die Messung im test-Labor zeigt: Es geht dank stärkerem Grafikprozessor und leistungsfähigerer Festplatte noch etwas schneller zu Werke als das Aldi-Notebook von Oktober, und schon das war viel stärker als für die allermeisten Fälle nötig.

Telefonieren per Internet

Neu beim aktuellen Aldi-Notebook im Vergleich zu den Vorgängern: Anmeldung zur Internettelefonie ist auf Anhieb möglich. Skype-Software ist bereits vorinstalliert und ein Kopfhörer mit Mikrofon liegt bei. Einzige zusätzliche Voraussetzung: Eine Verbindung zum Internet per DSL oder über ein öffentliches Funknetzwerk. Wies geht und wie sich per Internet Telefonkosten einsparen lassen, erklärt das Special Online-Telefonie. Ebenfalls neu bei Aldi: Das Notebook hat eine Bluetooth-Schnittstelle. Damit können Daten drahtlos zu Geräten wie Handys, PDAs, Druckern oder Lautsprechern übertragen werden. Voraussetzung: Auch diese haben eine Bluetooth-Schnittstelle.

Bildschirm größer, Schrift kleiner

Gegenüber dem Oktober-Notebook ebenfalls neu: der Wide-Screen-Monitor mit 15,4 statt 15 Zoll Bilddiagonale und 1 280 mal 800 statt 1 024 mal 768 Bildpunkten. Er macht das Notebook insgesamt um ein paar Zentimeter größer und fast ein Pfund schwerer, liefert aber auch sichtbar mehr Bild. Schrift allerdings zeigt er bei idealer Auflösung und sonst unveränderter Einstellung etwas kleiner an. Für Multimediaanwendungen und insbesondere Video ist er besser.

Verbesserung bei Bild...

Die Bildqualität ist einwandfrei. Schärfe, Kontrast und Farbdarstellung stimmen. Gute Flachbildschirme geben ein noch etwas besseres Bild ab, aber im Vergleich zu anderen Notebook-Monitoren kann sich der aus dem Aldi-Angebot ohne weiteres sehen lassen. Der Wide-Screen-Monitor des neuen Aldi-Notebooks ist besser als der 15-Zoll-Bildschirm vom Oktober-Notebook. Der nutzbare Blickwinkel ist größer und die Farbdurchzeichnung fällt kräftiger aus. Auch das Fernsehbild gelingt dem aktuellen Aldi-Notebook besser als dem Vorgängermodell. An die Bildqualität anständiger Fernseher kommt es allerdings immer noch nicht heran.

... und Ton

Fortschritt gibts noch im Detail. So klingen die Lautsprecher etwas weniger dünn als die des Oktober-Notebooks. Ein zusätzlicher Tieftonlautsprecher machts möglich. „Subwoofer“, sagt die Aldi-Werbung dazu. Tatsächlich ists ein zusätzlicher kleiner Lautsprecher, der im Boden des Geräts montiert ist. Sprache ist verständlich, Musik aber trotz des Extra-Lautsprechers weitgehend ungenießbar. Nach wie vor angenehm dezent: Die Geräuschentwicklung jenseits der Lautsprecher. Die Ventilatoren zur Kühlung von Grafikchip und Prozessor säuseln zwar hörbar, aber nicht all zu störend.

Mehr Ausdauer

Beim Durchhaltevermögen hat das aktuelle Notebook gegenüber dem Oktober-Modell sogar noch zugelegt. Beim DVD-Abspielen unter Windows ist der Akku erst nach drei Stunden und 15 Minuten am Ende. Das ist ein Spitzenergebnis. Zum Vergleich: Das Oktober-Modell hielt nicht einmal zweieinhalb Stunden durch. Bei der Simulation normalen Mischbetriebs per Benchmarkprogramm MobileMark kommt das Aldi-Notebook auf über vier Stunden Betrieb ohne Steckdosen-Stopp. Die meisten anderen Notebooks sind auch in dieser Disziplin schneller am Ende. Gut für noch mehr Durchhaltevermögen: DVDs, Audio- und Foto-CDs spielt das Aldi-Notebook ab, ohne dass Windows gestartet werden muss.

Stromsparen mit System

Deutliche Erfolge hat Medion beim Energiesparen erzielt: Im Netzbetrieb sind trotz der höheren Leistung maximal 45 Watt nötig, um das Notebook in Schwung zu bringen. Der Vorgänger von Oktober zog bei Anforderung von Höchstleistung noch über 70 Watt aus der Steckdose. Der Verbrauch im Stand-By und nach Herunterfahren von Windows liegt bei nur ein Watt. Das Vorgängermodell hatte noch jeweils rund vier Watt gebraucht.

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