Aldi-Notebook im Schnelltest: Bilder: scharf, aber farblos

Noch vor wenigen Jahren gabs Rundfunk- und Fernsehempfang nur bei sündhaft teuren Spezial-PCs. Aldi hat die komplette Multimedia-Packung jetzt auch fürs Notebook. Ein kleines Extra-Kästchen, das in den PC Card II-Schlitz an der Seite des Notebooks geschoben wird, machts möglich. Nicht nur das alte Analogfernsehen, sondern auch DVB-T-Signale bringt es auf den Schirm. Die test-Ingenieure haben genau hingeschaut.

Wenig Farbe

Und waren zunächst enttäuscht: Auf dem TFT-Bildschirm des Notebooks selbst erscheint das Bild zwar scharf, aber in merkwürdig flauen Farben. Hauttöne sehen unnatürlich aus. Auch Experimente mit Helligkeits- und Kontrasteinstellung bringen nicht viel Besserung. Grund ist offenbar die Schwäche des Bildschirms. Bei Anschluss eines guten Röhrenmonitors oder Beamers ist das Bild deutlich besser. Die Farben und die Schärfe stimmen und von sonst bei TFT-Fernsehern oft störenden Bildfehlern ist kaum etwas zu sehen. Mit guten herkömmlichen Fernsehern allerdings kann das Notebook auch bei Anschluss eines guten Monitors oder Beamers nicht mithalten. Die Spezialisten sind den Alleskönnern immer noch sichtbar überlegen.

Gute Aufnahmen

Erstaunlich gut funktioniert das Notebook als Videorekorder. Sowohl das Fernsehprogramm als auch DVDs lassen sich so aufnehmen, dass kaum etwas von Farbe und Schärfe des Originals verloren geht. Solche Aufnahmen benötigen allerdings viel Platz auf der Festplatte. Die Konservierung von nur einer Minute analog empfangenem Fernsehprogramm in bestmöglicher Qualität führt zu fast 60 Megabyte Daten. Der DVD-Brenner macht mit herkömmlichen Rohlingen keine Probleme. Das Abspeichern von Daten auf Double-Layer-DVDs mit über acht Gigabyte Kapazität gelang im Schnelltest allerdings nicht. Beim Versuch, den zweiten Layer eines Verbatim DataLifePlus-Rohlings (DVD+R) zu beschreiben, stürzte das Brennprogramm ab. Der rund 15 Euro teure Rohling war verloren. Sehr ärgerlich, aber ziemlich häufig: DVD-Brenner verstehen sich in der Regel nur mit bestimmten Rohlings-Typen. Weitere Experimente waren im Rahmen des Schnelltests nicht drin.

Surroundsound nur auf Umwegen

Der Sound ist ohne weitere Hilfsmittel notebook-typisch bescheiden. Die beiden eingebauten Lautsprecher geben zwar Sprache verständlich wieder, Musik allerdings klingt piepsig und dünn. Guter Klang und Surroundsound erfordern den Anschluss von Aktivlautsprechern oder einem Surroundreceiver mit passenden Lautsprechern. Empfehlenswert ist der Anschluss über den optischen oder elektrischen Digitalausgang des Notebooks. Die Analogausgänge machten Schwierigkeiten. Das Signal für die Surroundkanäle war im Vergleich zu dem für Centerkanal zu schwach. Wenns Surroundsound sein soll, sind die Analogausgänge nur mit Endgeräten brauchbar, bei denen sich die Lautstärke der Kanäle einzeln anpassen lässt.

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