Aldi-Notebook Schnelltest

Schon wieder wartet Aldi mit einem Notebook auf und macht diesmal ein in wahrsten Sinne des Wortes glänzendes Angebot. Mit besonderem Design und Hochglanz-Bildschirm kommt der neue Aldi-Flachmann daher. Nach zuletzt eher preiswerten Varianten steht jetzt wieder eine Luxus-Version aus dem Hause Medion zur Wahl. Drin steckt Centrino-Technik mit reichlich Megahertz und Megabyte. Dazu gibts jede Menge Zubehör bis hin zum Fernsehmodul. Aldi kassiert für das Gerät 1 299 Euro. Im Schnelltest muss das neue Aldi-Notebook zeigen, ob es sein Geld wert ist.

Betrachter im Spiegel

Aldi wirbt mit Design und weist stolz auf den Hochglanzbildschirm hin. Die test-Ingenieure sind ganz und gar nicht begeistert: Der Breitbildschirm des neuen Notebooks ist eigentlich gar nicht schlecht. Ohne Glanz jedoch wäre er eindeutig besser. Selbst bei nur mäßig hellem Hintergrund mischt sich das Spiegelbild des Betrachters in die Bildschirmanzeige. Wenn Tageslicht und Lichtquellen im Spiegelbild erscheinen, leidet die Darstellung erheblich. Bei den sonst üblichen Bildschirmen mit matter Oberfläche dagegen sind störende Reflexe kaum zu sehen.

Klare Ansagen

Sehr nett: das Handbuch zum Medion-Notebook. Die beim Einstieg nötigen Schritte und die Bedienung sind gut erklärt und mit anschaulichen Abbildungen illustriert. Auch sonst gibts bei der Bedienung nichts zu meckern. Die meisten Multimediafunktionen lassen sich auch per Fernbedienung steuern. Ein unglückliches Händchen hat Medion allerdings mit den Extras fürs Design-Notebook. Der Fingerabdruck-Scanner besteht nur aus einem schmalen Streifen, über den der Finger hinweg gezogen werden muss. Bei Notebooks mit größerem Sensor reicht ein Fingerdruck zur Identifikation des Benutzers. Die LED-Lampe im Bildschirm oben ist eigentlich eine nette Idee, um die Tastatur auch im Dunkeln sehen zu können. Angeschaltet wird es allerdings durch die merkwürdige Tastenkombination <fn> <f6>. Die ist bei Dunkelheit schwer zu finden. Unklar bleibt, wieso die Lampe nicht einfach angeht, wenn sie ausgeklappt wird.

Schnellstart mit Hindernissen

Die Option, das Touchpad zu einem Schnellstart-Menü für Multimedia und Internet umzufunktionieren, ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es erfordert zudem ziemlichen Nachdruck und nach Aktivierung der Schnellstartfunktion lässt sich der Cursor nur noch via Maus steuern. Ebenfalls nicht optimal: Das Modul für Fernseh- und Radioempfang hat zwei Anschlüsse. Eigentlich kommt es in den PCMClA-Slot, braucht aber zusätzlich noch einen USB-Anschluss. Immerhin funktioniert es reibungslos und liefert ein halbwegs anständiges Bild.

Leistung im Überfluss

Leistung hat das Aldi-Notebook im Überfluss. Die schnellsten Notebooks im aktuellen Vergleichstest rechnen noch etwas rasanter, aber zur Spitze gehört das Aldi-Notebook allemal. Selbst anspruchsvolle 3D-Spiele laufen flüssig über den Schirm, und auch der Schnitt abendfüllender Spielfilme ist dank flottem Centrino-Prozessor, leistungsfähiger X700-Grafik aus dem Hause ATI, schneller Festplatte und einem ganzen Gigabyte DDR II-Speicher kein Problem.

Wenig Durchhaltevermögen

Beim Durchhaltevermögen im Akkubetrieb dagegen kann das jüngste Medion-Notebook nicht mit den besten Geräten aus dem aktuellen Vergleichstest mithalten. Beim DVD-gucken ist nach zwei Stunden Schluss. Dabei muss dazu nicht mal Windows komplett gestartet werden, sondern reicht der Druck auf den Schnellstart-Knopf P1. Das ist nicht wirklich schlecht, aber die konditionsstärksten Notebooks sind weit besser. Das Dell Inspiron 2200 Central etwa schafft bei intensiver Nutzung vier Stunden mit einer Akkuladung. Das Medion-Notebook hält selbst bei Simulation von typischem Mischbetrieb nur knapp zweieinhalb Stunden durch. Am Stromverbrauch liegts nicht. Er bewegt sich im branchenüblichen Rahmen und sinkt im Stand-By und beim Abschalten auf mustergültige 1,0 Watt.

Testkommentar: Sprint statt Dauerlauf
Technische Daten: Komponenten und Ausstattung im Überblick

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