Aldi-Notebook Schnelltest

Mit seinem aktuellen Notebook-Angebot geht Aldi Kompromisse ein. Zugunsten des Preises spart der Discounter an Leistung und Ausstattung. Bislang steckte in Aldi-Computern immer Top-Technik mit Top-Leistung. Zum Beispiel das Notebook von Februar 2003: Pentium 4 Prozessor mit 2,6 Gigahertz, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und 60 Gigabyte Festplatte. Preis: 1 499 Euro. Diesmal kommt das Notebook mit preiswertem Celeron-Prozessor, 40 Gigabyte-Festplatte und 256 Megabyte Arbeitsspeicher daher. Preis: 999 Euro. Ob und wie gut Gerät, Preis und Leistung tragbar sind, klärt der Schnelltest.

Tragbar, aber mit Mühe

Zu den kleinen und leichten Vertretern der Zunft gehört das Aldi-Angebot nicht. Das Medion-Notebook ist fünf Zentimeter dick und mit Akku über vier Kilo schwer. Zum Vergleich: Aktuelle Konkurrenzangebote sind nicht mal 3,5 Zentimeter dick und kaum schwerer als zwei Kilo. Dafür kosten sie deutlich mehr: Platz sparender Leichtbau ist teuer. Immerhin: Trotz fast identischer Abmessungen wirkt das aktuelle Notebook von Aldi längst nicht so klobig und billig verarbeitet wie das Angebot von vergangenem Februar.

Ohne Steckdose, aber nur kurz

Auch jenseits des Gewichts hat die Mobilität beim Aldi-Notebook Grenzen. Ohne Verbindung zur Steckdose ist nach knapp zwei Stunden DVD-Abspielen Schluss. Länger hält der Akku nicht durch. Hauptgrund: Der Celeron-Prozessor muss ohne Stromspar-Automatik jenseits der normalen Windows-Energieverwaltung auskommen. Spezielle Notebook-Prozessoren wie die Intel-Centrino-Technologie oder Mobil-Varianten des AMD Athlon-Chips senken, wenn sie gerade nichts zu tun haben, die Leistung und den Stromverbrauch. Der Celeron-Prozessor dagegen läuft stets durch.

Energiesparen, aber von Hand

Immerhin wartet das Medion-Notebook mit der Möglichkeit zur manuellen Leistungsanpassung auf. Der Prozessor kann auf 25, 50, 75 und 100 Prozent Leistung geschaltet werden. Der Stromverbrauch und die Akkulaufzeit allerdings ändern sich dadurch kaum. Grund für den geringen Unterschied: Nicht nur der Prozessor, sondern auch die Laufwerke und der Bildschirm verbrauchen Energie. Am geringsten ist der Stromverbrauch beim Tippen. Rechenleistung ist kaum erforderlich, Zugriffe auf Festplatte oder DVD-Laufwerk sind selten und Grafikchip und Bildschirm müssen sich auch nicht sonderlich verausgaben.

Rechnen, aber nicht so schnell

Auch bei der Rechenleistung stößt das Aldi-Notebook schnell an Grenzen. Fürs Tippen, Surfen und DVD-Gucken reicht die Leistung locker aus. Auch die Bearbeitung von Bildern aus der Digitalkamera ist kein Problem. Beim Umgang mit großen Videodateien ist zuweilen Geduld erforderlich.

Spielen, aber nichts modernes

Für Spieler ist das Medion-Notebook kaum geeignet. Moderne 3D-Spiele funktionieren entweder gar nicht oder laufen derart stockend, dass jeder Spieler sich schnell wieder einen anderen Zeitvertreib sucht. Nur ältere Spiele mit geringeren Anforderungen an Grafik- und Rechenleistung laufen problemlos.

Nerviges Sirren, aber mit Unterbrechungen

Die Lüfter zum Kühlen von Prozessor und Chipsatz produzieren ein zwar nicht sonderlich lautes, aber ziemlich nerviges Sirren. Bei den ersten Starts des Notebooks pusteten sie außerdem einen recht intensiven und unangenehmen Neugeräte-Geruch ins Testlabor. Zum Glück laufen die Lüfter nicht ständig, sondern schalten sich immer nur bei Bedarf zu.

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