Aldi-Digitalkamera im Schnelltest Schnelltest

Die Discounter könnens nicht lassen: Mit reichlich Megapixel werben sie um die Gunst der Digitalkamerakäufer. Diesmal ist Aldi-Süd an der Reihe: Fünf Megapixel, ordentliche Ausstattung und ansehnliches Design für 279 Euro liegen im Regal. Bislang haben die Megapixel-Boliden aus dem Supermarkt enttäuscht. Die Bildqualität blieb weit hinter den theoretischen Möglichkeiten zurück. Gute zwei oder drei Megapixel-Kameras machen die besseren Bilder. Obs das aktuelle Aldi-Angebot besser macht, hat das test-Labor untersucht.

Außen hui

Beim ersten Kontakt hinterlässt die Traveler DC 5300 aus dem Regal von Aldi-Süd ein guten Eindruck: Das Gehäuse ist aus Metall, fühlt sich nach Qualität an und ist klein, leicht und chic. Die Ausstattung ist komplett. Die Schalter, Knöpfe und Tasten für die Bedienung sind zwar etwas klein ausgefallen, aber übersichtlich angeordnet.

Innen pfui

Nach dem ersten Einschalten der Kamera ließ das Wohlwollen der test-Ingenieure allerdings ziemlich rapide nach. Erster Mangel: Wer beim Einlegen des Lithium-Ionen-Akkus nicht aufpasst, geht leer aus. Die Zelle lässt sich verkehrt herum einlegen. Die Folge: Beim Einschalten tut sich nichts. Immerhin: Schäden waren nicht zu verzeichnen. Ist die Hürde mit dem Akku genommen, tut sich erst mal trotzdem nichts. Der Schalter muss zwei Sekunden gedrückt werden, bis die Elektronik ihre Arbeit überhaupt aufnimmt. Insgesamt vergehen sieben Sekunden, bis geknipst werden kann.

Bilder mit Mängeln

Das Fotografieren als solches funktioniert leidlich. Die Auslöseverzögerung von rund einer Sekunde hält sich in noch akzeptablen Grenzen. Wird der Auslöser rechtzeitig vor der Aufnahme halb durchgedrückt, vergehen zwischen dem endgültigen Druck und der Aufnahme nicht einmal 0,3 Sekunden. Das ist völlig in Ordnung. Gar nicht in Ordnung ist die Bildqualität: Die Aufnahmen wirken flau. In hellen Bildpartien treten Überstrahlungen auf, dunkle Bereiche saufen oft ab. Zu den Bildecken hin fällt die Helligkeit um rund 20 Prozent ab.

Fünf Megapixel nicht zu sehen

Die Schärfe ist schon in der Bildmitte längst nicht auf Fünf-Megapixel-Niveau. Statt der theoretisch möglichen 1 230 Linienpaare pro Bildhöhe sind nur rund 800 zu sehen. Zu den Bildecken hin wird die Auflösung noch mal deutlich schlechter. Unter dem Strich agiert die Kamera bei der Auflösung in etwa auf dem Niveau durchschnittlicher Drei-Megapixel-Kameras. Doch die Bildqualität leidet noch unter weiteren Mängeln: Entlang von Kanten im Bild treten Farbartefakte auf und selbst bei guten Lichtverhältnissen ist auf Bildern der Sonderangebots-Kamera ein deutliches Farbrauschen zu sehen. Will sagen: Bei näherer Betrachtung bildet die Kamera eine eigentlich einfarbige Fläche als wilde Mischung aus vielen unterschiedlich gefärbten Farbflecken ab. Besonders ärgerlich: Ein guter Teil der Bildfehler hätte sich wahrscheinlich vermeiden lassen, wenn statt des Fünf-Megapixel-Sensors ein kleinerer, aber dafür besserer Chip eingesetzt würde.

Bedienung mit Tücken

Die Bedienung ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Nicht alle Funktionen lassen sich intuitiv finden. Die Schnellansicht und das Nachvertonen etwa sind ohne Studium der Bedienungsanleitung nur durch Zufall zu finden. Am Funktionsumfang ist nichts auszusetzen. Einzige Einschränkung: Eine echte Serienbildfunktion gibts nicht. Bei höchster Auflösung sind nur drei Bilder im Halbsekunden-Takt möglich, bevor die Kamera sich eine rund acht Sekunden lange Auszeit zum Abspeichern nimmt. Möglich sind Videoaufnahmen in der gewohnt bescheidenen Qualität mit Ton. Auch zu Fotos kann ein Kommentar aufgezeichnet und über einen eingebauten Lautsprecher auch abgehört werden.

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