Aldi-Bohrhammer Schnelltest

Das ist ein richtiger Hammer: mit elektropneumatischem Schlagwerk und 920 Watt-Motor. Für erprobte Markenware im Fachhandel sind in der Regel weit über 100 Euro fällig. Bei Aldi ist das Werkzeug für 35 Euro zu haben. Doch die test-Ingenieure haben schlechte Erfahrungen mit Billigwerkzeug. Oft ists schon nach kurzem Einsatz hinüber. Im Schnelltest sollte der Aldi-Hammer zeigen, ob er anständig funktioniert und das nötige Durchhaltevermögen mitbringt.

Reichlich Zubehör

Beim Aufklappen des roten Koffers rümpft der Heimwerker zunächst die Nase. Ein unangenehmer Plastikgeruch schlägt ihm entgegen. Gleichzeitig bekommt er glänzende Augen: Drei Hammer-Bohrer, ein Flach- und ein Spitzmeißel sowie ein Extra-Bohrfutter zum Einspannen von herkömmlichen Bohrern sind mit von der Partie. Allein ein 18-Millimeter Hammerbohrer kann je nach Anbieter auch schon mal 50 Euro kosten.

Mängel bei der Handhabung

Im Praxistest schlägt sich der Hammer Marke Top Craft ordentlich. Nach einer dreiviertel Stunde sind rund zwei Quadratmeter Fliesen ab. Zwei kleine Schwächen bei der Handhabung: Schon ohne Handschuhe ist der Feststellknopf für den Dauerbetrieb schwer zu bedienen. Mit Arbeitshandschuhen ist er kaum noch zu erreichen. Ebenfalls ärgerlich: Der Schalter für den Wechsel von Rechts- auf Linkslauf ist ziemlich leichtgängig. Mit Handschuhen gabs immer mal wieder unabsichtliches Umschalten. Zum Bohren mit herkömmlichen Bohrern ist der Aldi-Hammer nur eingeschränkt geeignet. Bei Einsatz des zusätzlichen Zahnkranz-Bohrfutters wird die Maschine sehr lang und entsprechend unhandlich. Außerdem laufen die Bohrer nicht richtig rund. Das allerdings gilt für alle Bohrhämmer. Ein vollwertiger Ersatz für eine herkömmliche Bohrmaschine sind sie nicht.

Leistung in Maßen

Zu den ganz starken Geräten gehört der Aldi-Hammer nicht. Mancher Konkurrent rückt mit mehr Watt und mehr Gewicht für zusätzliche Durchschlagskraft an. Die Messungen im Labor zeigen es: Gerade im Hammerbetrieb ist mehr Tempo möglich. Auswirkungen hat das allerdings nur aufs Arbeitstempo. Für Heimwerker ohne Zeitdruck ist die Leistung des Aldi-Hammers einwandfrei.

Löcher selbst in Granit

Das gleiche Bild beim Bohren: Der Aldi-Hammer kommt überall problemlos durch, braucht aber länger als Spitzengeräte. Kein Vergleich allerdings mit herkömmlichen Schlagbohrmaschinen: Wie andere Bohrhämmer auch macht das Werkzeug aus dem Aldi-Gerät auch da noch Löcher, wo selbst die besten Schlagbohrmaschinen nicht mehr vorankommen. Beispiel: Bohren in Granit. Die Schlagbohrmaschine orgelt Minute um Minute. Der Aldi-Hammer schafft mit einem 16 Millimeter-Bohrer drei Zentimeter in durchschnittlich 20 Sekunden.

Schnelles Ende im Dauertest

Beim Dauertest allerdings ist der Aldi-Bohrer schnell am Ende. Der Motor schlägt sich etwas besser als das Hammerwerk: Fast die Hälfte des Solls der harten Test-Anforderungen schafft er. Die meisten Markengeräte halten das volle Programm durch. Schwächer noch schneidet das Hammerwerk des Aldi-Geräts ab. Es ist schon nach weniger als einem Fünftel des Solls am Ende. Nach gut 200 Durchläufen des Testparcours aus einer 12 Millimeter und einer 16 Millimeter Bohrung in Granit und zwei 16 Millimeter Bohrungen in Beton ist der Antrieb völlig hinüber. Totalschaden. Wer schnell genug gebohrt hat, bekommt Ersatz: Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie.

Dieser Artikel ist hilfreich. 710 Nutzer finden das hilfreich.