Alarm­anlagen Test

Zur Urlaubs­zeit ist der Schutz vor Einbrechern besonders wichtig. Alarm­anlagen zum Selbst­einbau bringen allerdings wenig. Drei der fünf geprüften Anlagen schnitten im Test mangelhaft ab. Entweder klaffen böse Sicher­heits­lücken oder die Hand­habung ist zu kompliziert – oder beides. Halb­wegs empfehlen kann test.de nur ein Alarm­system der Firma Abus, das mit der Note befriedigend ein akzeptables Ergebnis erreichte. Lesen Sie, wie Sie Haus und Wohnung schützen können.

Alarmanlagen-Sets zum Selbsteinbau 6/2013

  • Abus Funkalarm Komplettpaket Hauptbild Abus Funkalarm Komplettpaket
  • AMG Eukos-GSM + Standard Hauptbild AMG Eukos-GSM + Standard
  • Conrad Funk-Alarmanlagenset Hauptbild Conrad Funk-Alarmanlagenset
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Alarm per Sirene und Telefon

Im Test sind Alarm­anlagen-Sets für 179 bis 440 Euro, die von den Käufern selbst zu montieren sind. Sie sollen die Wohnung schützen, wenn die Bewohner schlafen oder nicht Zuhause sind. Kommt es zu einem Einbruchs­versuch, melden Bewegungs­melder oder Sensoren an den Fens­tern das über Funk an eine Alarm­zentrale, die beispiels­weise im Flur hängt. Die schlägt dann Alarm – je nach Programmierung entweder still per Telefon­anruf oder mit Sirene. Ist der Haus­besitzer im Urlaub, kann die Anlage den Anruf an den Nach­barn weiterleiten.

Oft wenig Schutz vor Einbrechern

Der Alarm per Telefon und Sirene funk­tionierte im Test bei allen Geräten gut. Schwach­punkt war aber oft der unzu­reichende Schutz vor Sabotage. Der Einbrecher kann zum Beispiel bei einzelnen Sets die Alarm­zentrale einfach von der Wand reißen. Außerdem konnten mehrere Bewegungs­melder kriechend unter­wandert werden. Gehen Batterien zur Neige, fallen manche Sensoren unbe­merkt aus. Zwei Alarm­anlagen ließen sich sogar ohne Warnung scharf­schalten, obwohl die Tester „vergessen“ hatten, ein gesichertes Fenster zu schließen.

Kampf mit Menüs, Codes und Anleitungen

Die Hand­habung erwies sich als weiteres Manko der Geräte. Per Tastatur muss sich der Nutzer durch unüber­sicht­liche Menüstrukturen quälen und für die vielen Einstel­lungen umständlich Zahlencodes eintippen. Ein Modell verfügt nicht einmal über das sonst übliche Mini­display. Intuitiv ließ sich keine der getesteten Anlage bedienen. Statt­dessen muss man sich durch komplizierte Anleitungen hindurch­kämpfen. Bei der Abus-Anlage sind es stolze 150 Seiten.

Fehl­alarme strapazieren die Nerven

Bei Profianlagen gibt es tech­nische Lösungen gegen falschen Alarm. Bevor Bewohner einen alarm­gesicherten Über­wachungs­bereich betreten, müssen sie die Anlage entschärfen. Fachleute nennen diese Funk­tion „Zwangs­läufigkeit“. Die geprüften Sets bieten diese Sicherheit nicht. Wer das Deaktivieren vergisst, tappt in den Über­wachungs­bereich. Schnell kann es passieren, dass Mensch oder Tier ungewollt Alarm auslösen. Dann schrillt die Innensirene mit rund 100 Dezibel so laut, dass sie womöglich auch in Nach­barwohnungen oder sogar auf der Straße zu hören ist. Falls Nach­barn die Polizei alarmieren, droht eine Rechnung für die Einsatz­kosten. Für die Anfangs­phase ist es deshalb ratsam, die Anlage so zu programmieren, dass sie nur stillen Alarm auslöst und das Mobiltelefon anruft.

Besser auf Nach­barn und sichere Fenster vertrauen

Fazit: Die Alarm­anlagen-Sets zum Selbst­einbau konnten im Test nicht über­zeugen. Deshalb besser so vorbeugen, dass das Haus die Einbrecher von vorn­herein abschreckt. Zum Beispiel, indem Fenster und Türen gut gesichert sind – und weil die Nach­barn die Augen offenhalten. In der Meldung Einbruchschutz am Haus: Gesichertes Haus – entspannte Reise gibt test.de viele weitere Tipps, wie sich Eigen­heime schützen lassen – nicht nur während der Urlaubs­zeit.

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