Akzenta AG Meldung

Eine wundersame Geldvermehrung verspricht die Akzenta Aktiengesellschaft in Rosenheim Käufern von Konsumgütern, Dienst- und Finanzdienstleistungen. Wer zum Beispiel ein Auto für 30.000 Euro kauft, soll den Kaufpreis über einen "Bonusplan" erstattet bekommen.

"Wie der Bonusplan genau funktioniert, das ist natürlich Betriebsgeheimnis", heißt es in einer Werbebroschüre. Das System läuft ungefähr so: Ein Kunde holt für ein gewünschtes Produkt beim Anbieter ein Angebot ein und schickt dieses an die Akzenta. Die Akzenta handelt mit dem Händler eine Provision aus. Das Versprechen: Er könne dann mit vielen weiteren Akzenta-Kunden rechnen. Macht der Händler mit und zahlt die Provision, erhält der Kunde einen Verwaltungsvertrag, der ihm die Rückzahlung seines Kaufpreises im Laufe von zehn Jahren verspricht. Die Rückflüsse sollen aus den Provisionen bezahlt werden.

Akzenta-Vorstand Oliver Braun verweist auf etwa 7.700 abgewickelte Geschäfte. Außerdem habe die Akzenta 1999 bereits etwa eine Million Mark an Kunden ausgeschüttet, erklärte Braun gegenüber Finanztest. Im Werbeblättchen vom Januar 2000 ist sogar von etwa 2,3 Millionen Euro die Rede. Für Kunden ist das Konzept nach Angaben Brauns ohne jedes Risiko.

Das gilt jedoch nur, solange Kunden und Händler sich nicht auf die Beteiligungsofferte der Gesellschaft einlassen. Danach können sich Interessenten, "die sich für den Bonusplan begeistern", mit Beträgen zwischen 700 Euro und 3.500 Euro (etwa 7.000 Mark) an der Gesellschaft beteiligen. Dafür wird ihnen eine Überschussbeteiligung mit Auszahlungen bis zu einer Höchstsumme von 280 Euro jährlich über vier Jahre in Aussicht gestellt. Sicherheiten für diese Anlage gibt es nicht. "An dem Tag, an dem ich die 3.500 Euro einzahle, sind sie weg", erklärt Oliver Braun. Die Summe werde von der Akzenta nicht erstattet, heißt es auch im "Überschuss-Beteiligungsvertrag". Das Geld will die Akzenta für die Neugewinnung von Kunden verwenden, um das Bonusplan-System am Laufen zu halten.

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