Ausbildung: Lizenz zum Stechen

Akupunktur Test

Etwa 60 Einrichtungen in Deutsch­land bieten eine Akupunkturausbildung an. Hauptsächlich wird zwischen einem A-Diplom mit 140 Stunden und einem B-Diplom mit insgesamt 350 Stunden Ausbildung unterschieden.

Akupunkteure, die traditionell ausgerichtet sind, bestehen auf mindestens 350 Stunden. Nur so lerne der Arzt die komplexe chinesische Syndromtherapie, bei der die Punkte nicht nach einem Schema, sondern für jeden Patienten individuell genadelt werden. So erfragt der chinesische Arzt zum Beispiel, ob die Rückenschmerzen bei Kälte oder Wärme schlechter werden, ob Bewegung hilft oder nicht, ob der Patient eher friert oder schwitzt – und wählt jeweils andere Punkte. In der Vollausbildung werden weitere Bereiche der chinesischen Medizin gelehrt, wie die Bedeutung von Heilkräutern, chinesische Ernährung, Massage (Tuina) und Bewegungstherapie (QiGong). In Deutschland haben etwa 20 000 bis 30 000 Ärzte eine Akupunkturausbildung, aber nur etwa 3 000 besitzen ein B-Diplom. Die Bundesärztekammer erlaubt die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“, die auf das Praxisschild gesetzt werden kann. Die dafür geforderte Weiterbildung von 200 Stunden muss von Landesärztekammern noch in die Praxis umgesetzt werden. Für manchen Akupunkteur sind 200 Stunden allerdings „Akupunktur light“.

Damit Patienten sich besser orientieren können, hat die Forschungsgruppe Akupunktur ein Qualitätssiegel entwickelt, das 350 Stunden Ausbildung und 25 Stunden Fortbildung pro Jahr fordert. Die Qualitätsinitiative Akupunktur, hinter der unter anderem die Deutsche Akupunktur Gesellschaft steht, hat ein weiteres Siegel ins Leben gerufen.

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