Aktionärsrecht Meldung

Am 1. Januar 2002 tritt das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz in Kraft. Ein Aktionär, der 95 Prozent einer Aktiengesellschaft besitzt, hat bei Firmenübernahmen nun die Möglichkeit, Minderheitsaktionäre auszuschließen - auch gegen ihren Willen. Finanztest sprach mit Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK).

Finanztest:

Was halten Sie von dieser Neuregelung?

Klaus Schneider:

Für den Kleinanleger bringt sie Nachteile mit sich.

Finanztest:

Welche sind das?

Klaus Schneider:

Der Minderheitsaktionär muss bei Firmenübernahmen den Preis des Stärkeren akzeptieren. Außerdem hat er nach der neuen Regelung keine Möglichkeit mehr, die Höhe seiner Abfindung rechtlich anzufechten. Es ist zwar geregelt, wie der Preis pro Aktie festgesetzt wird. Aber auch der kann manipuliert werden.

Finanztest:

Inwiefern?

Klaus Schneider:

Das Abfindungsangebot richtet sich nach dem Durchschnittsbörsenkurs eines festgelegten Zeitraums. Da aber bei den betreffenden Unternehmen nur noch sehr wenige Aktien überhaupt an der Börse gehandelt werden, sind ihre Kurse sehr zufallsbedingt. Zudem kann der Mehrheitsaktionär einen für ihn günstigen Zeitpunkt des Angebots auswählen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 37 Nutzer finden das hilfreich.