Kleinaktionäre, die erlittene Verluste auf dem Klageweg ausbügeln wollen, haben wenig Aussicht auf Erfolg. Das erklärt zumindest der Frankfurter "Finance Round Table", eine Expertenrunde aus Fachanwälten, Sachverständigen, Verbraucherschützern und Fachjournalisten. "Weil die Prozesskosten oft den erlittenen Schaden übersteigen, kommt es in den meisten Fällen gar nicht erst zu einer Klage", kommentiert Rechtsanwalt Dietmar Kälberer. Ein weiteres Problem sind die Verjährungsfristen, die in vielen Fällen zu schnellem Handeln zwingen.

Im Gegensatz zum US-amerikanischen lässt das deutsche Rechtssystem keine Sammelklagen zu. Diese wären jedoch die einzig effiziente Möglichkeit, den Ansprüchen geschädigter Kleinaktionäre Nachdruck zu verleihen. Statt dessen könnte es etwa im Falle EM.TV, wo das Management nach einer katastrophalen Kursentwicklung besonders in der Kritik steht, bis zu 900 Einzelklagen geben. Diese müssten alle separat verhandelt werden. Die Teilnehmer des "Finance Round Table" fordern deshalb den Gesetzgeber auf, den Verbraucherschutz im Anlagebereich zu verbessern.

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