Aktion „Stopp den Lockvogel!“ Meldung

Ob saubilliges Notebook, Sonnencreme zum Minipreis oder unschlagbar günstige Bohrmaschine – beinahe täglich lockt Werbung preisbewusste Kunden. Manche reihen sich schon lange vor Geschäftsöffnung geduldig in Warteschlangen ein. Nur um bei Ladenöffnung zu erfahren, dass das reißerisch angepriesene Schnäppchen bereits ausverkauft ist. Die Verbraucherzentrale NRW startet daher die Aktion „Stopp den Lockvogel!“ In dem Beschwerdeforum können enttäuschte Schnäppchenjäger Dampf ablassen, wenn Angebote mal wieder schon nach wenigen Minuten oder Stunden ausverkauft waren.

Keine Rechte

Eigentlich ist alles klar: Produkte, für die Händler werben, müssen laut Gesetz mindestens zwei Tage lang ab Erscheinen der Anzeige vorrätig sein. Doch die Praxis sieht anders aus. Wenn Aktionswaren flugs ausverkauft sind, steht der Kunde ohne rechtliche Handhabe da: Er kann vom Händler weder eine Nachbestellung noch den Erhalt der Ware zum angegebenen Preis verlangen. „Zwar können Verbraucherverbände Anbieter wegen irreführender Werbung abmahnen, doch müssten sie für jede Werbung und jede Produktgruppe einzelne und auch immer wieder neue Verfahren einleiten“, erklärt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Marktbereinigende Wirkung

Mit dem Internet-Forum „Stopp den Lockvogel!“ gibt die Verbraucherzentrale NRW enttäuschten Schnäppchenjägern nun die Möglichkeit, fehlgeschlagene Kaufversuche mitzuteilen: In einer Datenbank werden alle wichtigen Informationen von der Werbung über das tatsächliche Angebot bis zu Reaktionen des Verkaufspersonals erfasst. „Wer vergeblich auf Schnäppchenfang ging, kann seinen Unmut hier kundtun.“ Die Verbraucherzentrale erhofft sich von einer regen Nutzung eine bereinigende Wirkung für den Markt: „Unternehmen, die am häufigsten auffallen und deren Werbepraxis ein strategisches Vorgehen vermuten lässt, werden wir zudem abmahnen.“

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