Aktienstrategien Meldung

Der Siemens-Konzern gehört zu den Schwergewichten im Dax. Die Aktie konnte davon zuletzt kaum profitieren.

Vier Aktienstrategien auf dem Prüfstand: Seit Ende 2003 untersucht Finanztest wie erfolgreich die Dividenden-, Schwergewichts-, Trendfolge- und Umkehrstrategie abschneiden. Jeden Monat werden die Ergebnisse im aktuellen Dauertest veröffentlicht. Künftig werden nun verbesserte Strategien von Finanztest überprüft. Grund: Nur die Dividendenstrategie war bislang ein Volltreffer. Mit der Umkehr- und der Trendfolgestrategie erlitten Anleger dagegen Verluste. Um dies zu verhindern, werden die Depots erneuert. Finanztest erklärt die Strategien, stellt Änderungen vor und sagt, worauf Anleger vor einem Engagement achten sollten.

Ernüchterndes Fazit

Im Vorjahr schnitt von den Strategien einzig die Dividendenstrategie gut ab. Das Depot erzielte zum November 2004 - also ein Jahr nach dem Start - einen Gewinn von 21,5 Prozent. Die Schwergewichtsstrategie schaffte zwar auch ein Plus. Das fiel mit 0,9 Prozent allerdings recht mager aus. Die anderen zwei Strategien waren Flops. Trendfolge und Umkehr erzielten satte Jahresverluste von 26,4 beziehungsweise 33 Prozent.

Fünf neue Strategien

Für die folgenden Strategien hat Finanztest jeweils ein Musterdepot eingerichtet. Zu Monatsbeginn werden dann jeweils die Aktien aus Dax, MDax und TecDax ausgewählt, die den Kriterien der entsprechenden Strategie am besten entsprechen.

  • Dividendenstrategie: Gewählt werden die drei Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Dafür wird die zuletzt gezahlte Dividende durch den monatlich aktualisierten Kurs geteilt. Sonderdividenden und einmalige Ausschüttungen werden nicht berücksichtigt. Aktien, die im Vergleich zum Vormonat 20% oder mehr verloren haben kommen nicht in dieses Strategiedepot.
  • Schwergewichtsstrategie: Ins Depot kommen die sechs Aktien mit dem höchsten Börsenwert. Er ergibt sich, wenn man die Zahl der ausgegebenen Aktien eines Unternehmens mit ihrem Kurs multipliziert.
  • Trendfolgestrategie: Es werden die drei Dax-Aktien gewählt, die im Vorjahr am stärksten gestiegen sind.
  • Umkehrstrategie: Ins Depot kommen drei Dax-Aktien mit den höchsten Kursrückgängen im Vorjahr.
  • TecDax: Ausgewählt werden die drei Aktien aus dem TecDax, die in den vergangenen fünf Jahren den geringsten maximalen Verlust hatten.

Mehr Stabilität

Um die Chancen von Trendfolge- und Umkehrstrategie zu verbessern, gibts ab diesem Monat zwei Änderungen. In beide Depots kommen künftig nur noch Aktien aus dem Dax. Werte aus dem MDax und dem TecDax fallen weg. Das mindert die Gefahr, auf kurzfristige Kursausschläge hereinzufallen. Zweite Neuerung: Maßstab für die Aktienauswahl ist nicht länger der Gewinn oder Verlust zum Vormonat, sondern der auf Jahressicht. Dadurch sollen die Depots stabiler werden, denn Sieger und Verlierer auf Sicht der vergangenen zwölf Monate ändern sich nicht so oft wie monatliche Tops und Flops.

Breitere Basis

Auch die Schwergewichtsstrategie ändert sich: Statt drei kommen nun sechs Aktien ins Depot. Dadurch soll das Spektrum der deutschen Wirtschaft besser abgebildet werden, denn bislang war das Depot zu technologielastig. Die Schwergewichtsstrategie kann für Anleger eine Alternative sein, die lieber auf einzelne Werte statt auf Aktienfonds Deutschland oder Dax-Zertifikate setzen.

Absturzkandidaten herausfiltern

Obwohl die Dividendenstrategie erfolgreich war, gibts auch hier etwas Neues. Künftig kommen Aktien, die im Vormonat mehr als 20 Prozent verloren haben nicht mehr ins Depot. Damit sollen Werte ausgeschlossen werden, die nur aufgrund eines starken Kursrutsches eine hohe Dividendenrendite erreichen. Das galt im Vorjahr etwa für Papiere von KarstadtQuelle. Nach dem Kursrutsch kam die Aktie im September 2004 ins Depot. Zu diesem Zeitpunkt waren aber die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Konzerns so weit fortgeschritten, dass die Weiterführung der bisherigen Dividendenpolitik nicht machbar war.

Neue Strategie TecDax

Das größte Manko in den Depots waren bislang kleine, schwankungsanfällige Aktien, die vor allem aus dem TecDax kamen. Dieser Index ist zwar interessant für risikoreiche Anleger. Doch die meisten Aktien dort sind kaum berechenbar. In die vier Strategiedepots fließen deshalb in Zukunft kaum noch Werte aus diesem Index. Aber: Künftig gibts zusätzlich ein Musterdepot für die TecDax-Strategie. Messlatte dabei ist der höchste Verlust in den vergangenen fünf Jahren. Die drei Aktien, bei denen dieser Verlust am geringsten war, werden ins Depot aufgenommen.

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