Aktienmarkt US-Wahl Meldung

Die Welt blickt gespannt auf die Präsident­schafts­wahl in den USA. Auch Anleger grübeln, wie sie sich vor dem Wahl­tag positionieren sollen. Ein Wahl­sieg Trumps könnte die Börsen verunsichern. Allerdings sind andere Faktoren für die Aktienmärkte noch wichtiger als der Wahl­ausgang. Hier lesen Sie, welche das sind – und was man tun kann, wenn einem das starke Gewicht des US-Marktes Sorgen macht.

Auch aus wirt­schaftlicher Sicht brisant

Nicht nur aus politischer Sicht ist die Wahl am 8. November 2016 brisant. Es ist unklar, wie sich die USA unter einer Präsident­schaft Donald Trumps ökonomisch entwickeln würden. Zum Beispiel droht eine stärkere Abschottung mit negativen Folgen für das Wirt­schafts­wachs­tum. Für die Börsen­entwick­lung sind aber andere Faktoren noch wichtiger. Die Experten von Finanztest haben die wichtigsten ermittelt:

US-Börsen­entwick­lung – die Faktoren

Nur Technologiesektor boomt. Die Wirt­schaft in den Vereinigten Staaten gilt zwar insgesamt als robust, aber längst nicht alle Unternehmen profitieren davon. Vor allem die klassische Industrie hat seit einiger Zeit Probleme. Bei vielen Konzernen im Aktien­index Dow Jones Industrial gibt es schon länger kaum noch Umsatz- und Gewinn­wachs­tum. Stark ist nur der Technologie­bereich und da speziell der Internetsektor. Amazon, Google und Facebook gehören inzwischen zu den teuersten Börsen­unternehmen.

US-Aktien sind teuer. US-Aktien sind nicht nur im interna­tionalen, sondern auch im historischen Vergleich hoch bewertet. Gemessen an den Konzern­gewinnen sind die Aktien heute teurer als im lang­jährigen Durch­schnitt. Aktien­anleger zahlen für ein US-Engagement einen deutlichen Aufschlag im Vergleich zu Investments in Europa oder in Schwellenländern, den Emerging Markets.

USA-Markt ist alternativlos. Der US-Aktienmarkt ist der mit Abstand bedeutendste der Welt und macht fast 60 Prozent des Aktien­indexes MSCI World aus. Die New Yorker Wall Street und die Technologiebörse Nasdaq sind seit vielen Jahren Trendsetter für die interna­tionale Börsen­entwick­lung. Auch deutsche Anleger, die breit streuende Indexfonds im Depot haben, spüren unmittel­bar, ob es an den US-Märkten gut oder schlecht läuft.

Die Noten­bank mischt mit. Großen Einfluss auf die weitere Kurs­entwick­lung hat die Zins­politik der US-Noten­bank. Steigende Zinsen gelten als schlecht für die Aktienmärkte. Bisher hat sich die Noten­bank weit­gehend zurück­gehalten, aber in den USA werden für die nähere Zukunft – anders als in der Eurozone – zumindest kleine Zins­erhöhungen erwartet.

Welt- und Europa-ETF nach Wunsch mischen

Und was heißt das für die eigene Anla­geent­scheidung? Lang­fristig orientierte Anleger können die weitere Börsen- und Zins­entwick­lung in aller Ruhe beob­achten und Kurs­einbrüche aussitzen. Wer beim hohen US-Anteil im Welt­aktien­index allerdings ein mulmiges Gefühl hat, sollte ihn herab­setzen. Das ist ohne großen Aufwand möglich: So empfehlen die Experten von Finanztest als Basis­anlage im Aktien­bereich nicht nur welt­weit anlegende Fonds. Auch europäische Aktienfonds kommen in Frage. Anleger können börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) auf den MSCI World mit Europa-ETF ganz einfach in dem Verhältnis kombinieren, das sie für sinn­voll erachten. In unserem Produktfinder Investmentfonds haben sie die Möglich­keit, alle markt­breiten „dauer­haft guten“ ETF heraus­zufiltern. Das geht so: Fonds­gruppe Welt oder Europa wählen, anschließend unter Fonds­art den betreffenden Button ankli­cken.

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