In Deutschland wagen sich wieder mehr Firmen an die Börse. Mit dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, dem Bekleidungsunternehmen Tom Tailor und dem Chemikalienhandelshaus Brenntag gab es Ende März gleich drei größere Neuemissionen. Das Geschäft mit Börsengängen war seit Ausbruch der Finanzkrise fast zum Erliegen gekommen.

Privatanleger zeigen nur gedämpftes Interesse. Anders als zu Zeiten des Internetbooms bleiben die Profianleger beim Zeichnen der Neuemissionen weitgehend unter sich.

Wer die Aktie eines Börsenneulings zeichnen will, sollte sich gründlich über das Geschäftsmodell und die wirtschaftlichen Hintergründe des Unternehmens informieren.

Bei Kabel Deutschland wäre dann zum Beispiel aufgefallen, dass der Erlös aus dem Börsengang nicht für Investitionen verwendet wird, sondern komplett an Alteigentümer, vor allem US-amerikanische Finanzinvestoren, fließt. Außerdem ist Kabel Deutschland hoch verschuldet.

Tipp: Neuemissionen sind für Anleger nur dann interessant, wenn der größte Teil des Erlöses für den Ausbau des Unternehmens verwendet wird. Ein gutes Zeichen ist es, wenn Alteigentümer sich verpflichten, ihre Anteile möglichst lange zu behalten.

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