ETF auf deutsche Aktienindizes: So können Anleger in Deutsch­land investieren

Ein Aktien­index soll einen Markt möglichst gut abbilden. Welcher Index schafft das für den deutschen Aktienmarkt? Der Dax mit seinen 30 Titeln ist der bekann­teste deutsche Index, Medien bezeichnen ihn gern als Leit­index. Finanztest orientiert sich dagegen in der Regel an den Indizes des US-amerikanischen Finanz­dienst­leisters MSCI. Der MSCI Germany ähnelt dem Dax in den größten Positionen sehr, hat aber mit 55 Titeln eine breitere Streuung. In den Dax können Anleger über zahlreiche Indexfonds (ETF) investieren, für den MSCI Germany gibt es nur einen ETF von Amundi. Die gesamte Palette der ETF finden Anleger im Produktfinder Fonds.

Viele Aktien in einem Fonds

Der breiteste deutsche Index, den es auch als Fonds gibt, ist allerdings ein anderer: Der seit 1961 von der Frank­furter Allgemeinen Zeitung berechnete FAZ-Index enthält immerhin 100 Aktien. Der passende ETF stammt von Coms­tage. Durch die höhere Anzahl an Aktien sind einzelne Titel im FAZ-Index auch nicht so hoch gewichtet wie im Dax, wo die drei Schwergewichte Bayer, BASF und Siemens allein knapp 30 Prozent ausmachen. Im FAZ-Index haben sie nur 21 Prozent. Obwohl der FAZ-Index als sogenannter Kursindex keine Dividenden berück­sichtigt, werden die Ausschüttungen seiner Mitglieder dem ETF zuge­rechnet. Einen Nachteil gibt es aber bei der Trans­parenz: Anleger können nicht kontrollieren, wie gut der ETF den Index wirk­lich abbildet. Aus unserer Sicht ist der Coms­tage FAZ Index dennoch eine interes­sante Anlage­möglich­keit in den deutschen Markt. Bewerten können wir ihn noch nicht, da er jünger als fünf Jahre ist.

Indizes selbst kombinieren

Wer etwas Mühe nicht scheut, kann mehrere Indizes kombinieren, um eine bessere Streuung zu erzielen. Der MDax bündelt 50 mittel­große Unternehmen, darunter einige „Export­welt­meister“ wie den Schmier­stoff­hersteller Fuchs Petrolab oder den Maschinenbauer Krones. Der MDax ist sehr vielseitig und enthält auch Konsumtitel wie die Optikerkette Fielmann und den Bekleidungs­spezialisten Hugo Boss. Auch bekannte Medien­konzerne (Axel Springer, ProSiebenSat1, RTL Group, Sky Deutsch­land) sind mit von der Partie. Ebenso wie den MDax können Anleger den SDax als ETF kaufen. Der SDax enthält 50 Unternehmen mit geringem Börsen­wert, darunter mehrere Immobilien- und Beteiligungs­firmen. Auch die Aktie des Fußball­clubs Borussia Dort­mund ist kürzlich in den SDax aufgestiegen. Auch ETF auf den MDax und den SDax finden Anleger im Produktfinder Fonds.

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