Immer mehr Unternehmen gewähren ihren Aktionären hohe steuerfreie Sonderausschüttungen. Meist tun das kleinere Technologiefirmen, die in keinem der wichtigsten deutschen Indizes vertreten sind. Die Ausschüttungen entsprechen oft einer Verzinsung von 20 bis 30 Prozent bezogen auf den aktuellen Aktienkurs — manchmal sogar noch deutlich mehr. Die Unternehmen bauen auf diese Weise einen Teil ihrer hohen Barreserven ab.

Zu den Unternehmen, die in jüngster Zeit ausgeschüttet haben oder eine Ausschüttung angekündigt haben, gehören der Internet-Dienstleister Antwerpes und die im TecDax notierte Telekommunikationsfirma Teles.

Der Internet-Dienstleister SinnerSchrader überwies seinen Aktionären im vergangenen November 1,82 Euro pro Aktie. Der Kurs hatte an den Tagen vor der Ausschüttung zwischen 3,60 und 3,80 Euro geschwankt. Allerdings war die Aktie anschließend schlagartig um über 50 Prozent gefallen. Extreme Kursverluste sind nach einer Ausschüttung der Normalfall.

„Die Ausschüttungen sind steuerfrei, wenn es sich um die Rückzahlung von Eigenkapital handelt“, erklärt Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Diese Möglichkeit machen sich nicht nur kleine Unternehmen zunutze. Auch die Dividende der Deutsche-Post-Aktie müssen Aktionäre seit Jahren nicht versteuern.

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