Aktiengesellschaften Meldung

Umfirmieren ist in. Doch hinter der Fassade bleibt alles beim Alten.

Philip Morris heißt neuerdings Altria, die ehemalige Zürich Rückversicherung nennt sich heute Converium, und aus der früheren Hoechst AG wurde bei einer Firmenfusion Aventis. Nun müssen sich auch die Gehe-Aktionäre an einen lateinisch anmutenden Namen gewöhnen: Der Pharma-Großhändler, langjähriges Mitglied im deutschen MDax, steht seit kurzem als Celesio in den Kurslisten. Die Verantwortlichen in den Führungsetagen versprechen sich von den klangvollen Wortschöpfungen einen Imagegewinn. Ob es den tatsächlich gibt und ob er den Aktienkurs beflügelt, ist aber ungewiss.

Dass eine Namensänderung grundsätzlich kein Nachteil sein muss, zeigt das Beispiel United Internet. Die früher als 1&1 AG am Neuen Markt notierte Internet-Holding konnte im Verlauf eines Jahres ihren Kurs etwa verdoppeln, obwohl die gesamte Branche ziemlich am Boden liegt. Der selbsterklärende Firmenname hat in diesem Fall zumindest nicht geschadet. Von derartigen Erfolgen konnten Aventis- und Converium-Aktionäre zuletzt nur träumen.

Bringt Klartext also eine bessere Kursentwicklung als gekünsteltes Latein? Vielleicht hätten sie es bei Philip Morris besser mit „Global Food and Tobacco“ und bei Gehe mit „European Pharma Sales“ probiert.

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