Aktienfonds USA Special

Der amerikanische Aktienmarkt ist der wichtigste der Welt. Die größten und die inno­vativsten Firmen finden sich vor allem dort.

USA schlägt Europa: Gemessen am Index MSCI USA hat der US-Markt in den vergangenen fünf Jahren um 14,3 Prozent pro Jahr zugelegt – in Dollar gerechnet. Aus Sicht deutscher Anleger ist es wegen der Währungs­gewinne des Dollar gegen­über dem Euro noch besser gelaufen: plus 19,7 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Der deutsche Markt kam im selben Zeitraum auf 11 Prozent pro Jahr, Europa insgesamt auf 10,4 Prozent.

Starker Dollar statt Eurokrise

Gründe für das gute Abschneiden gibt es einige. Zum einen kam die US-Wirt­schaft nach der Finanz­krise schneller wieder auf Touren als die Konjunktur im kriselnden Euroraum. Im Jahr 2014 wuchs das Brutto­inlands­produkt (BIP) um 2,4 Prozent, in der EU nur um 1,3 Prozent.

Zum anderen profitierten Wall Street und Nasdaq von der Inno­vations­stärke der Amerikaner. Über­durch­schnitt­lich gut gelaufen sind zuletzt die Aktien von Internet- und Biotechnologiefirmen. Der Technologie­index Nasdaq 100 schnitt mit jähr­lich 23,9 Prozent in den vergangenen fünf Jahren um 4 Prozent­punkte besser ab als der US-Gesamt­markt (siehe Index­porträts Dow Jones, Nasdaq 100, S&P 500).

Boom bei Biotech

Allein die Biotech-Branche legte in den vergangenen fünf Jahren um 38,5 Prozent pro Jahr zu. Einige der Firmen, darunter so bekannte wie Amgen, Biogene, Celgene oder Gilead Sciences, sind im Nasdaq-100-Index gelistet.

Die Unternehmen ließen sich ihre Forschungs­erfolge teuer bezahlen, wie Gilead Sciences sein Medikament gegen Hepatitis C, das auch als 1 000-Dollar-Pille bekannt wurde. Mitt­lerweile bekommt die Branche jedoch Gegen­wind aus der amerikanischen Politik. Sie schimpft über die hohen Preise.

Ist der Boom zu Ende? Analysten der Fonds­gesell­schaft Frank­lin Templeton schätzen, dass dem nicht so ist. Die Pipeline an neuen Produkten sei gut gefüllt. Nach der Kurs­korrektur im Spätsommer seien die Bewertungen wieder attraktiver und der Ausblick positiv.

Jetzt noch einsteigen?

Lohnt es sich einzusteigen, nachdem die Aktien so gut gelaufen sind? Das ist die Frage schlecht­hin – nicht nur, was die Biotechnologiebranche betrifft. Auch andere Technologie­konzerne sind erfolg­reich: Apple zum Beispiel, nach Börsen­wert das größte Unternehmen der Welt, hat unter anderem wegen der iPhone-Erfolge in fünf Jahren seinen Aktienkurs mit einem Plus von 274 Prozent knapp vervierfacht.

Hype um Facebook, Amazon und Co.

Noch höhere Zuwächse gab es bei Internet­konzernen. Die Aktien von Facebook haben sich ebenfalls fast vervierfacht, doch das in viel kürzerer Zeit: Börsengang war erst im Früh­jahr 2012. Die Aktien von Amazon haben in den vergangenen fünf Jahren sogar um 377 Prozent zugelegt: Wachs­tums­raten, die sich von der Dotcom-Blase zur Jahr­tausend­wende kaum noch unterscheiden. Doch anders als damals hat sich das Rätselraten um die Erfolgs­chancen der Geschäfts­modelle heute erübrigt. Die Konzerne sind Markt­führer auf ihrem Gebiet, sie haben eine mono­polartige Stellung – und sie verdienen Geld.

Blase ja, Blase nein

Dennoch: Es gibt sie, die Warnungen vor einer erneuten Preisblase am amerikanischen Aktienmarkt, unter anderem von Nobel­preisträger Robert Shiller, der die hohen, lang­fristigen Börsenbe­wertungen der Unternehmen als Argument anführt. Franz Wenzel, Chef­stratege von Axa Investment Managers, gibt jedoch Entwarnung: „Von einer Blase sind wir weit entfernt – auch bei einer Zins­erhöhung.“

Zins­entscheidung der Fed

Die Entwick­lung der Zinsen ist eine weitere Sorge. Bei ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember will die amerikanische Noten­bank Fed darüber entscheiden, ob sie den Leitzins erhöht. Im September hat sie sich noch nicht getraut. Den Dollar dürften höhere Zinsen zunächst weiter stärken, der Konjunktur könnten sie jedoch zusetzen, ebenso den Aktienmärkten. Die Renditen für zehnjäh­rige Staats­anleihen sind schon jetzt deutlich höher als hier­zulande: 2,2 Prozent pro Jahr gibt es für US-Papiere, 0,5 Prozent für Bundes­anleihen (Stand Ende Oktober 2015).

Selbst Profis tun sich schwer

Wie sich die Märkte entwickeln, ist auch für Fachleute schwer einzuschätzen. Das zeigt ein Blick in den Fondsdauertest von Finanztest: 13 der 20 Fonds mit Finanztest-Bestbewertung von fünf Punkten sind Fonds, die schlicht einen Index nach­bilden. Die Manager der aktiven Fonds, die ihre Portfolios selbst zusammen­stellen, hatten schon deshalb nur wenige Chancen, besser als der Markt abzu­schneiden, weil ihre üblichen Strategien nicht funk­tionierten. Normaler­weise laufen nach Krisen Substanz­werte gut: Unternehmen mit solidem Geschäfts­modell und regel­mäßigen Erträgen. In den USA hatten nach der Finanz­krise jedoch die Wachs­tums­werte die Nase vorn. Auch die Beimischung von Small Caps, kleinen Werten, hat nichts genutzt. Large Caps, große Werte, waren besser. Im Produktfinder Fonds finden Anleger die besten aktiv gemanagten Aktienfonds USA.

Von S&P 500 bis Russell 1 000

Private Anleger, die auf US-Aktien setzen wollen, investieren am besten in Indexfonds oder die oft güns­tigeren ETF – börsen­gehandelte Indexfonds. Sie sollten dabei auf markt­breite Indizes setzen, die sämtliche Titel enthalten, große, kleine, Substanz- und Wachs­tums­titel. Geeignet sind der S&P 500 und der MSCI USA, der 637 Titel enthält. Noch breiter gestreut ist der Russell 1 000 mit 1 000 Werten. Auch ETF auf den MSCI North America passen. Die entsprechenden Indexfonds und ETF finden Anleger im Produktfinder Fonds. Dort können sie gezielt nach den Fonds suchen, die den Index ihrer Wahl abbilden – zum Beispiel, indem sie den Index­namen in das Such­feld auf der Starseite eingeben.

Tipp. Auf den nächsten Seiten finden Sie Porträts der drei bekann­testen US-Indizes: Dow Jones Industrial Average, Nasdaq 100 und S&P 500.

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