Aktienfonds Europa Test

Hohes Risiko, aber auch hohe Renditechancen: Aktienfonds Osteuropa sind für Anleger immer noch interessant. In den vergangenen fünf Jahren legten gute Fonds dieser Gruppe um mehr als 30 Prozent pro Jahr zu. Und Fondsmanager gehen weiter von einem Wachstum in vielen osteuropäischen Märkten aus. Hauptsächlich investieren die Fonds in Russland, Polen, Tschechien und Ungarn. Aber auch die Türkei - bislang nur EU-Kandidat - ist in vielen Fonds vertreten. Finanztest nennt die besten Aktienfonds Osteuropa und sagt, welche Perspektive der osteuropäische Markt für Anleger hat.

Die aktuelle Wertentwicklung und Finanztest-Bewertungszahl finden Sie in der Investmentfonds-Datenbank.

Russland ist größter Markt

Obwohl Russland außer dem vergleichsweise kleinen Gebiet bis zum Ural nicht zu Europa gehört, ist das Land in den meisten Aktienfonds Osteuropa das Schwergewicht. Das liegt daran, dass Russland nach Ansicht vieler Fondsmanager und Analysten mit Abstand der größte und liquideste Markt ist: Die russischen Papiere werden rege gehandelt. Hohe Umsätze lassen die Kurse nicht nach oben oder unten ausbrechen. Unter den Top-Ten-Aktien in vielen Osteuropa-Fonds ist der Konzern Gazprom. Er gilt als weltgrößter Gasförderer. Der Börsenwert von Gazprom liegt derzeit bei etwa 77 Milliarden Euro. Auch der Ölriese Lukoil sowie die Sberbank gehören zu den gefragtesten Werten der Fonds. Immerhin: Die hierzulande kaum bekannte Sberbank hat - gemessen an der Marktkapitalisierung - den gleichen Wert wie die Deutsche Bank.

Weiteres Wachstum

Ein Grund für die Wachstumsraten war der enorme Anstieg des Ölpreises. Doch die Fondsmanager gehen davon aus, dass die russische Wirtschaft und damit auch die Aktienkurse weiter zulegen. Selbst wenn der Ölpreis sinken sollte, verdient Russland nach Ansicht vieler Fondsmanager genug Geld - und das kann das Land in andere Projekte investieren. Davon wiederum profitieren Industrien wie die Stahl- und Baubranche, aber auch der Finanzsektor. Dass der Staat so viel verdient, liegt an seinen Beteiligungen in fast allen Schlüsselindustrien. So hält der Staat etwa auch an Gazprom die knappe Mehrheit.

Kursschwankungen in der Türkei

Die Türkei derzeit der billigste, aber auch der volatilste Markt: Die Kurse schwanken stark. Trotzdem sind auch türkische Firmen in osteuropäischen Fonds vertreten. Doch die Fondsmanager müssen hier gutes Gespür beweisen. Ein Wert ist die türkische Sabanci Holding. Sie hält Beteiligungen an anderen Unternehmen. Dazu gehören eine Bank, ein Supermarkt und ein Reifenhersteller.

Knapp 30 Prozent

Die türkische Holding ist etwa im Fonds Raiffeisen-Osteuropa-Aktien vertreten. Er ist seit 1994 am Markt und damit einer der ältesten des Tests. Die Entwicklung kann sich sehen lassen: In den vergangenen fünf Jahren legte der Fonds pro Jahr um 29,8 Prozent zu. Der beste Fonds im Test, der MLIIF Emerging Europe schaffte etwas mehr: Das Wachstum lag hier bei 31 Prozent jährlich. Dennoch: Aktienfonds Osteuropa sind eine riskante Geldanlage. Anleger sollten sie daher nur als Beimischung ins Depot holen. Als Basis gelten breit streuende Aktienfonds Europa oder Welt. Stark überdurchschnittliche Fonds dieser Gruppen, sowie Aktienfonds Osteuropa finden Anleger monatlich aktualisiert in den Fondsanalysen.

Finanztest Spezial „Geldanlage mit Investmentfonds“

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