Was sie wirklich meinen

Aktienanalysten pflegen einen Fachjargon, den Anleger leicht ­missverstehen können.

Aktienempfehlungen könnten so einfach sein. Im Grunde genommen reichte es aus, wenn der Anleger für eine Aktie entweder eine Kauf- oder eine Verkaufsempfehlung erhielte. Wichtig wäre dann nur noch zu wissen, auf welchen exakten Kurs der Aktie sich die Empfehlung des Analysten bezieht.

Dann müssten sich Anleger auch nicht mit den verschlüsselten Botschaften in manchen Empfehlungen befassen.

Doch viele Banken und Finanzdienstleister schwören auf differenzierte, meist fünfstufige Skalen. Die können zum Beispiel „kaufen“, „akkumulieren“, „halten“, „reduzieren“ und „verkaufen“ lauten. Bei allen Stufen zwischen den Extrema bleibt unklar, wie eigentlich der konkrete Ratschlag lautet.

Noch mehr Verwirrung stiften viele US-Banken, die ihren „Buy“(Kaufen)- und „Sell“(Verkaufen)-Empfehlungen einen „Strong Buy“ und „Strong Sell“ zur Seite stellen. Das normale „Buy“ wird da zur Kaufempfehlung zweiter Klasse.

Wer sich nach Empfehlungen richten möchte, muss wissen, welche Klassifizierung der Analyst verwendet. Sonst weiß er nicht, ob es mehr als „Buy“ gibt.

Zudem sind viele Empfehlungen nicht absolut gemeint, sondern beziehen sich auf das Marktumfeld oder die jeweilige Branche. So bedeuten die Urteile „Outperform“ und „Underperform“, dass eine Aktie besser beziehungsweise schlechter abschneiden soll als ein Index oder die Branchenkonkurrenz. Der Analyst meint also nicht zwangsläufig, dass der Kurs tatsächlich steigt beziehungsweise fällt.

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