Kleine Risiko­kunde für Anleger: So verträgt das Depot mehr Aktien

Aktien sind riskant, das braucht man Anlegern in Deutsch­land nicht zu erklären. Aus Angst vor Verlusten halten sie sich mit Aktien­anlagen zurück. Die Aktienquote ist deshalb bei uns viel geringer als in den USA, Groß­britannien oder in der Schweiz. So bringen sich deutsche Anleger leider auch um die Chance auf höhere Renditen.

Anlegern sollte Mut machen, dass die einzelnen Aktienmärkte sehr unterschiedliche Risiken haben. Wer das beherzigt, kann sein Depot aufpeppen ohne dass es aus dem Ruder läuft.

Einzel­aktien, Branchen und Länder. Das größte Risiko haben Einzel­aktien, denn jedes Unternehmen kann in wirt­schaftliche Schwierig­keiten geraten oder sogar pleite­gehen. Die nächste Stufe ist das Branchenrisiko. Wenn etwa die Auto­mobil­industrie aufgrund konjunktureller Probleme schwächelt, müssen auch die Aktionäre gut geführter Hersteller mit Kurs­verlusten rechnen. Dazu kommt das Länderrisiko: Manchmal fällt ein Staat bei Investoren aus politischen oder wirt­schaftlichen Gründen in Ungnade. Und schließ­lich gibt es noch das allgemeine Markt­risiko der Welt­börsen.

Markt­risiko. Gegen das Markt­risiko ist als einziges kein Kraut gewachsen. Wer in Aktien oder Aktienfonds investiert, muss damit leben, dass die Kurse schwanken. Gegen die anderen Risiken können sich Anleger dagegen wappnen. Mit einem breit streuenden globalen Aktienfonds vermindern sie gleich­zeitig das Einzel­aktien-, Branchen- und Länderrisiko. Beispiel: Der deutsche Aktienmarkt hat ein Schwankungs­risiko von 19,2 Prozent, der globale Aktienmarkt von nur 13,0 Prozent. Mit einer Fifty-fifty-Mischung aus beiden Märkten senken Anleger das Schwankungs­risiko auf 15,4 Prozent (Risiko von Aktienmärkten).

Das gilt trotz oder gerade wegen des zusätzlichen Währungs­risikos, das eine Anlage außer­halb der Eurozone mit sich bringt. Da sich Währungen nicht parallel zu den Aktienmärkten bewegen, können Fremdwährungen das Risiko auf lange Sicht sogar mindern.

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